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Zuletzt aktualisiert: 09.03.2007 um 21:12 Uhr

Spam-Flut mit dubiosen Kursraketen

Immer mehr gutgläubige Anleger fallen auf Betrüger herein, die massenhaft in Spam-Mails den Kauf gewisser Aktien empfehlen. Nun macht die Finanzaufsicht Aktion scharf.

Foto © Reuters

Sie kommen massenweise als "dringende Kaufempfehlung", als "heißer Aktien-Insidertipp" oder als "exklusive Gratis-Börseanalyse" per E-Mail daher und sind in Wahrheit nur eines: Spam. Von der übelsten und perfidesten Sorte noch dazu.

Spam-Welle. Das Prinzip ist einfach, der Schaden beim gutgläubigen Anleger meistens groß: Finanzbetrüger decken sich mit großen Mengen einer bestimmten, meist billigen und wenig gehandelten Aktie (Penny Stock) ein und empfehlen diese umgehend massenhaft in einer Spam-Welle. Meist verbunden mit einem Insider-Tipp, wonach besagte Firma in Kürze ein revolutionäres Produkt auf den Markt bringe.

Kurssprünge. Wenn nur ein Bruchteil der Mail-Empfänger auf diese scheinbaren Anlegertipps reagiert, vervielfacht sich das Handelsvolumen und verursacht in wenigen Tagen Kurssprünge um bis zu 500 Prozent. Dann verkaufen die Spam-Versender ihre Aktien und streifen die Gewinne ein. Der Kurssturz folgt, die übrigen Anleger bleiben mit wertlosen Aktien einer meist maroden Firma übrig.

Warnung. Aktuell warnen etwa deutsche Anlegerschützer, unbedingt die Finger von Aktien der Hamburger Artstor AG bzw. der Regensburger Adori AG zu lassen, die beide momentan per Spam beworben werden. "Noch immer scheinen viele Anleger auf große Gewinnprophezeihungen reinzufallen", heißt es in zahlreichen Warnungen. Die Gefahr liegt eben in der virtuellen Verheißung, einfach an schnell verdientes Geld heranzukommen. Zwei deutsche Wissenschafter konnten nun oben gezeigten Kursverlauf sogar statistisch nachweisen. Ihr Resümee: Das Versenden von Aktienspam sei ein profitables Business-Modell für Betrüger.

ULRICH DUNST, MANFRED NEUPER

Börse-Lexikon

Penny Stocks sind Aktien, die pro Einheit selten mehr als ein paar Cent wert sind.

Stock Spams sind massen-haft versandte E-Mails, wo meist der Kauf gewisser Penny Stocks empfohlen wird, nachdem sich die Versender mit diesen Aktien eingedeckt haben. Sie nutzen den Kursanstieg und verkaufen.

Fotoserie

USA

In den USA hat die Finanz-marktaufsicht SEC nun die "Operation Spamelot" gestartet. Nach einer Spam-Flut wurde der Aktienhandel von 35 Kleinunternehmen ausgesetzt.

SEC-Chef Christopher Cox: "Eine klare Botschaft an alle Spammer: Wir ziehen euch zur Verantwortung."

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