Viele Lücken auf der Datenautobahn
Flächenmäßig ist noch ein Viertel der Steiermark vom schnellsten Breitband-Internet abgeschnitten. Für betroffene Betriebe ein Standortnachteil. Doch die Regierung verspricht einen Vollausbau ...

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Für den Begriff Breitband-Internet muss immer wieder die Übersetzung "Datenautobahn" herhalten. Und das trifft es eigentlich auch ziemlich genau. Breitband ermöglicht den schnellen Austausch von Daten via Internet. Doch diese Autobahn läuft eben nicht durch die gesamte Steiermark - wenngleich die Telekom gerade damit wirbt, dass 96 Prozent der Haushalte erschlossen seien. Das stimmt prinzipiell auch. Doch das Gros der Haushalte ist nun einmal in den Ballungsräumen angesiedelt.
Weiße Flecken. Flächenmäßig sind hingegen bloß drei Viertel der Steiermark mit Hochgeschwindigkeits-Internet erschlossen. In abgeschiedeneren ländlichen Regionen gibt es noch immer "weiße Flecken". Für Betriebe erweist sich dies mehr und mehr als immenser Standortnachteil.
Lücken. Für Unternehmer gehört Breitband heute zur Grundausstattung und ist ebenso wichtig wie eine taugliche Verkehrsanbindung. Wer heute Infrastruktur sagt, meint auch Breitband. Das bestätigt auch Michael Steiner, Technologie- und Infrastrukturexperte bei Joanneum Research: "Versorgungslücken sind regionale Standortnachteile. Unternehmen schauen sich heute genau an, wo Breitband zur Verfügung steht."
Wirtschaftlich untragbar. Wie berechtigt sind also die Bedenken der Betroffenen in Regionen, wo momentan die Zufahrt zur schnellen Datenautobahn fehlt? Aussagen wie zuletzt vom Festnetz-Chef der Telekom, "wir investieren nur noch dort, wo es sich rentiert", tragen zusätzlich zur Verärgerung bei.
Dass es in der Steiermark Gebiete gibt, wo der Netzausbau wirtschaftlich untragbar sei, bestätigt auch Gerd Gratzer, Zuständiger beim Wirtschaftsressort des Landes. Zwar wurde die Versorgung in den vergangenen Jahren durch Breitbandinitiativen erhöht, bei den "letzten weißen Flecken wird es aber ohne weitere Förderung nicht gehen", so Gratzer.
Vollausbau."Das Problem wird aber auch in der Steiermark in spätestens zwei Jahren erledigt sein", schätzt der Chef der Telekom-Regulierungsbehörde, Georg Serentschy. "Zumal die neue Regierung 500 Millionen Euro für den Vollausbau versprochen hat." Bis dahin rät er allen benachteiligten Betrieben und Haushalten, auf mobiles Internet der Handynetzanbieter zu setzen. "Alt, aber gut" nennt er Datenkarten mit der so genannten GSM-Edge-Technik, die auch in benachteiligten Gebieten "meist überraschend gut funktionieren". Damit könne man im eigenen Haus ausprobieren, an welcher Stelle der beste Empfang sei. Von dieser Stelle aus kann auch per USB ein stationäres Netz mit Internet versorgt werden, "das im schlechtesten Fall noch immer doppelt so schnell ist, wie es Betroffene in den abgelegenen Gebieten derzeit gewohnt sind".










