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    Zuletzt aktualisiert: 05.03.2013 um 22:00 UhrKommentare

    Psychiater: "Einstellung hat sich geändert"

    Die Einstellung Jugendlicher zur Sexualität habe sich verändert, meint Psychiater Christoph Göttl. Junge Menschen wissen aber oft nicht, dass Fotos im Internet auch von Fremden gesehen werden.

    Quelle © KLZ Digital

    Schüler überreden Mädchen, Nacktfotos zu schicken, Unterstufen-Schülerinnen stellen Erotikbilder selbst ins Netz. Die Polizei ermittelt, Schulen reagieren mit Aufklärungsoffensive.

    Es ist wohl einer jener Direktoren-Briefe, die bei Eltern wie ein Schlag in die Magengrube landen. Die Schulleiterin eines Grazer Gymnasiums (die wir in Absprache mit der Leiterin nicht nennen) hat ihn nach den Semesterferien ausgeschickt, um ein Problem "offensiv anzugehen". Sie informierte Eltern, dass es an Schulen - auch an ihrer - offenbar bei zwölf- bis 14-jährigen Kindern aus der Unterstufe groß in Mode ist, dass Burschen Erotikfotos von Schulkolleginnen sammeln. Einerseits überreden die Schüler Mädchen, ihnen diese Bilder aufs Handy zu schicken, andererseits stellen die Schülerinnen solche Fotos selbst ins Netz - teilen sie über Facebook-Gruppen oder die Smartphone-App "What's app", die es ermöglicht, mit einem Klick Videos und Fotos an das eigene große Kontaktnetzwerk zu verschicken.

    Kaum mehr zu löschen

    Einmal dem Netzwerk und dem Internet übergeben, fehlt jegliche Kontrolle, welch weite Kreise diese Fotos erreichen. Sie verbreiten sich von Handy zu Handy. "Und die Bilder sind auch kaum mehr aus dem Netz zu löschen", warnt die Direktorin. Außerdem überschreiten die Fotos bei Weitem die Grenzen jugendlichen Leichtsinns. "Das sind nicht nur Bikini-Bilder, sondern auch Darstellungen, die an der Grenze zur Pornografie vorbeischrammen", teilt die Schulleiterin im Brief mit.

    Kaum eine Grazer Schule ist vor diesem Phänomen sicher, bestätigt die Polizei, bei der eine Reihe solcher Fälle anzeigt worden ist. "Meist passiert das so: Mädchen machen von sich Nacktfotos und geben sie als ,Liebesbeweis' ihrer Unterstufen-Flamme", erzählt eine ermittelnde Beamtin. Gehe die "Beziehung" in die Brüche, stellten die Burschen die Fotos aus Rache ins Netz, von wo sie auf Hunderte Handys kopiert werden. Bei der Staatsanwaltschaft Graz sind mehrere Anzeigen eingegangen.

    KIDS@INTERNET

    Wie man sich benimmt

    Umfangreiches Material bietet die Initiative saferinternet auf www.saferinternet.at. Die zertifizierten Trainer arbeiten mit Kindern an Schulen. Anfragen auch unter: akademie@kleinezeitung.at

    Wo Gefahren lauern

    Worauf sollen Eltern und Lehrer achten, wenn Kinder im Internet surfen? Georg Holzer und Claudia Gigler haben zusammengetragen, was das Netz an Chancen bringt und wo die Gefahren lauern. Inklusive vieler Details dazu, wie man Sicherheitseinstellungen sinnvoll nützt. Bestellungen um 4,90 Euro unter www.kleinezeitung.at/vorteilsclub

    Wer einem hilft

    Die Kleine Zeitung Akademie bietet Kurse für Eltern und Lehrer an, die nächsten Termine sind der 19. April und der 3. Mai (Anmeldung: www.kleinezeitung.at/akademie). Die Trainerinnen und Trainer kommen auch an Schulen oder in Gemeinden und stellen individuelle Programme zusammen: zu technischen Fragen, tauglichen Zugängen und Methoden.

    "Eigentlich passiert das alles ja in der Freizeit", betont die Direktorin, aber es habe das Gymnasium eben doch unmittelbar erreicht: "Zwei Mädchen haben uns über ihre Klassenvorstände über die Vorgänge informiert. Und die Schüler zeigen sich solche Bilder gegenseitig auch an unserer Schule." Für Schulen könnte auch eine Melde- oder Anzeigenpflicht bestehen. Dann nämlich, wenn der Verdacht auf Nötigung oder die Verbreitung pornografischen Materials Minderjähriger vorliegt. Als Reaktion wird an dieser Schule das Handyverbot schärfer kontrolliert, aber vor allem geht die Direktorin mit Aufklärungsarbeit und mit einem Expertenvortrag beim Elternabend in die Offensive: "Wir bitten Eltern, den Handygebrauch der Kinder und den Internet-Umgang zu kontrollieren."

    Polizei geht an Schulen

    Der Landesschulrat ist eingeschaltet und erarbeitet mit der Polizei einen Leitfaden für den Umgang mit diesem Problem. Außerdem sind Kontaktbeamte der Polizei in den Schulen unterwegs, um die Kinder und Jugendlichen aufzuklären und vor den gefährlichen Folgen zu warnen.

    HANS BREITEGGER, SONJA HASEWEND, BERND HECKE, VIDEO: BIRGIT BAUSTÄDTER

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