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    Zuletzt aktualisiert: 17.11.2012 um 22:12 UhrKommentare

    Kurze Nachricht mit langem Atem

    Vor 20 Jahren wurde in England das erste SMS der Welt verschickt. Die Beliebtheit der praktischen Kurznachricht ist trotz multimedialer Alleskönner-Handys ungebrochen. Doch die Geschichte des SMS ist auch eine Geschichte der Skurrilitäten.

    Foto © igor - Fotolia.com

    Neil Papworth ist kein Weltstar geworden. Oder sagt Ihnen der Name Neil Papworth etwas? Am 3. Dezember 1992 war er es, ein 22-jähriger Testingenieur aus England, der das erste SMS (Short Message Service) der Welt verschickt hat. Von einem PC seines Arbeitgebers, des englisch-französischen IT-Dienstleisters Sema Group, ging die elektronische Kurznachricht an Richard Jarvis, Direktor beim Netzbetreiber Vodafone, der die Botschaft auf seinem Orbitel-Mobiltelefon entgegennahm und in seinem Büro gerade eine Weihnachtsfeier veranstaltete. Der Inhalt der Nachricht: "Merry Christmas".

    Damals ahnte niemand, welche Bedeutung dem SMS einmal zukommen wird. Einschließlich Neil Papworth.

    Vor allem deshalb, weil die neue Technik 1992 weder als Sensation und schon gar nicht als Revolution in der Kommunikationstechnologie wahrgenommen wurde. Und dabei blieb es auch. Vorerst.

    Ab 1994, als die ersten SMS zwischen zwei Mobiltelefonen gesendet wurden, änderte sich das allmählich. Als gegen Ende der 1990er-Jahre die Mobiltelefone im großen Stil die Taschen des Durchschnittsbürgers eroberten, explodierte auch die Zahl der verschickten SMS. Und das hat sich bis heute nicht geändert. Was wiederum verblüfft. Denn seit Jahren prophezeien Experten, dass für das SMS nun bald die letzte Stunde schlagen wird. Im Jahr 2002 wurde das SMS sogar vom Duden "geadelt" - kurz nach dem Wort "Simsalabim" steht dort mittlerweile auch "simsen" - als Begriff für das Verschicken von SMS.

    Jährliche Rekorde

    Seit rund fünf Jahren hat sich die Verbreitung der sogenannten Smartphones, das sind multimediale Alleskönner, rasant gesteigert. Mit Twitter, WhatsApp und sozialen Netzwerken à la Facebook sowie integrierten E-Mail-Programmen stehen den Nutzern ganz neue Möglichkeiten der mobilen Kommunikation zur Verfügung. Das praktische SMS verbucht dennoch Jahr für Jahr verlässliche Rekorde. "Killerapplikation" nennt man in der Welt der Bits und Bytes jene Funktionen, die besonders erfolgreich sind und massenhaft Verwendung finden. Dass das SMS einmal eine solche Killerapplikation werden könnte, hat 1992 freilich niemand gedacht. Dass sie im Jahr 2012 noch immer als solche bezeichnet wird, schon gar nicht.

    Sowohl im jährlichen "Social Impact Report" von A1 und GfK als auch im aktuellen "Mobile Communication Report 2012" rangiert das SMS als meistgenutzte Funktion am Mobiltelefon an der Spitze. Noch vor der Kamera- und Wecker-Funktion. Der Boom ist also ungebrochen. Allein im Vorjahr verschickten die Österreicher 7,3 Milliarden Kurznachrichten über ihre Mobiltelefone.

    Die Geschichte des SMS ist auch eine Geschichte der Skurrilitäten. Das Phänomen wurde von unterschiedlichsten Seiten beleuchtet. Sprachwissenschaftler erforschen die Kürzelsprache rund um "lg", "lol" & Co. Politikwissenschaftler beobachten das Nutzungsverhalten von Staatsoberhäuptern, hier steht vor allem die deutsche Kanzlerin Angela Merkel im Fokus, die als besonders eifrige Simserin gilt.

    Dank unzähliger Studien wissen wir aber noch viel mehr über das Nutzungsverhalten: Laut einer ÖAMTC-Umfrage haben schon 16 Prozent der Autofahrer SMS während der Fahrt geschrieben. Laut einer internen Umfrage der Benimm-Experten der deutschen Knigge-Gesellschaft ist es kein Stilbruch, per SMS eine Beziehung zu beenden - aus Protest gegen dieses Ergebnis sind daraufhin sogar einige Mitglieder aus der Benimmregel-Gesellschaft ausgetreten. Eine Telering-Studie hat im Vorjahr übrigens ergeben, dass zwei von drei österreichischen Jugendlichen Flirt- oder Liebes-SMS im Posteingang speichern.

    Auch das hätte sich Neil Papworth wohl nie gedacht.

    MANFRED NEUPER

    Wussten Sie...

    ... dass zwei Amerikaner im März 2009 zusammen 217.000 SMS verschickt haben und damit Rekordhalter sind?

    ... dass die Britin Melissa Thompson die Rekordhalterin im Schnell-SMS-Schreiben ist? Mit einem "Samsung Galaxy S" hat sie im August 2010 folgenden 160-Zeichen-Text in 25,94 Sekunden getippt: "The razor-toothed piranhas of the genera Serrasalmus and Pygocentrus are the most ferocious freshwater fish in the world. In reality they seldom attack a human."

    ... dass 42 Prozent der US-Teenager Kurznachrichten auf dem Handy blind tippen können?

    ... dass sich die Zahl der zu Silvester verschickten SMS in Österreich innerhalb von zehn Jahren mehr als versiebenfacht hat? Allein im Vorjahr waren es 66 Millionen SMS.

    ... dass laut einer Studie von Telering jeder dritte Jugendliche seine SMS im Dialekt schreibt?

    ... dass laut dieser Studie für 64 Prozent der Jugendlichen eine korrekte Rechtschreibung beim Schreiben von SMS wichtig ist?

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