Wenn Internet zur Mobbingfalle wird
Quälen, beleidigen, bloßstellen - Jugendliche werden im Internet zu Tätern und zu Opfern. Der Anteil an Jugendlichen, die zum Opfer solcher Attacken werden, liegt zwischen fünf und 20 Prozent.

Foto © Klaus-Peter Adler
"Cyberbullying" ist ein Fachausdruck für Drangsalieren und Beleidigen Gleichaltriger im Internet. Im Vergleich zum "Mobbing" im richtigen Leben ist dieses Problem zwar noch nicht massiv wahrnehmbar, eine internationale Tagung in Wien beschäftigte sich aber angesichts der Verbreitung von internettauglichen Mobiltelefonen und der Nutzung sozialer Netzwerke wie Facebook mit diesem Phänomen.
Je nach Definition liegt der Anteil an Jugendlichen, die zum Opfer solcher Attacken werden, international zwischen fünf und 20 Prozent. In Österreich seien bisher noch nie mehr als vier Prozent gemessen worden, berichtete die Wiener Bildungspsychologin Christiane Spiel. Eine Erkenntnis ist, dass jemand, der etwa in der Schule seine Mitschüler drangsaliert, so etwas mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im Internet tut. Die Rolle als Opfer sei jedoch in der virtuellen Welt noch viel belastender als in der wirklichen: "Sie können nicht einfach weggehen. Und sie können das Internet nicht abschalten, weil es Teil ihres Lebens ist", so die australische Bildungsforscherin Barbara Spears.
Mehr Mädchen
Unter den Tätern seien mehr Mädchen zu finden als beim klassischen Mobbing, sagt Christiane Spiel: "Traditionell kommt Bullying bei Buben öfter vor als bei Mädchen, im Internet sind es aber gleich viele." Ein Unterschied: Buben stellen andere eher über Online-Spiele bloß, Mädchen machen das vor allem über die sozialen Netzwerke.
Bei der Prävention setzt man auf klassische Strategien: Jugendliche sollen zu moralischem Handeln und Zivilcourage ermutigt werden - etwa, indem sie auf Facebook aktiv für ein Opfer eintreten. In Wien haben Schulen an einem speziellen Programm teilgenommen.










