Wenn Wien plötzlich Nürnberg heißt
Apples zwei Gesichter: Während der iPhone 5-Verkaufsstart alle Rekorde sprengt, floppt der eigene Kartendienst völlig. Manch einer wollte nach Berlin, fand die deutsche Hauptstadt aber zunächst in der Antarktis. Ein Blog sammelt die schrägen Ergebnisse.

Foto © theamazingios6maps.tumblr.comNürnberg in Wien und seltsame Brücken: Apples Kartendienst sorgt im Web für Spott (siehe Link unten)
Vielleicht passierte es 1883, vielleicht auch, wie andere Historiker behaupten, 1884. Eigentlich ist es aber egal, wann der Zirkus Barnum mit seinen 21 Elefanten über die Brooklyn Bridge marschiert ist - die Hängebrücke hat standgehalten und die als skeptisch geltenden New Yorker waren beruhigt.
Was den schweren Dickhäutern zu Ende des 19. Jahrhunderts nicht gelang, hat Apple, der kalifornische Computer-Gigant jetzt geschafft. Und zwar dank des neuen, hauseigenen Kartendienstes, der auf Apples aktuellstem Betriebssystem iOS 6 automatisch installiert ist. Erstmals laufen iPhone und iPad so ohne Googles Dienst "Google Maps" - zum Leidwesen vieler Anwender.
Manch einer wollte nämlich nach Berlin, fand die deutsche Hauptstadt aber zunächst in der Antarktis - und musste damit sogar noch glücklich sein. Göteborg, immerhin die zweitgrößte Stadt Schwedens, hat Apple zunächst überhaupt übersehen, und der Wiener Justizpalast nennt sich "Nürnberger Justizpalast". Und dann gibt's da noch die bereits erwähnte New Yorker Brooklyn Bridge, die plötzlich in ihrer stabilsten Mitte grafisch zusammenbricht. Im Internet kursieren unter dem Schlagwort "mapsasters" (nette Wortkreation aus "maps" und "desasters") weitere Apple-Peinlichkeiten. Der seit Jahren anscheinend maschinell auf Erfolg getrimmte Großkonzern bekommt dank veralteter und fehlerhafter Geo-Daten ein menschliches Antlitz.
iPhone-Schwarzmarkt
Beinahe unmenschlich ging es dafür beim internationalen Verkaufsstart des iPhone 5 (in Österreich startet der Verkauf am 28. September) zu. In München wartete ein Apple-Fan zwei Tage vor dem Shop, in Paris bildeten sich mehrere Ansteh-Schlangen - jede einzelne länger als 100 Meter. Und in Hongkong entstand sogar ein spontaner Schwarzmarkt. Jene die weit vorne in der Apple-Schlange standen, verkauften den Hinteren iPhones.
Zum doppelten Preis versteht sich.











