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Zuletzt aktualisiert: 06.08.2012 um 14:11 UhrKommentare

Zwei gegen Facebook

Zwei heimische Online-Netzwerke wollen auf den Spuren des kalifornischen Giganten wandeln. Ihre Stärken: Datenschutz und Regionalität.

Facebook und die heimische Konkurenz

Foto © Screenshots/MontageFacebook und die heimische Konkurenz

Mann ist kein "man" sondern ein "Bua". Die Frau folglich keine "woman", sondern ein "Madl". Schon bei der Registrierung auf Sankt Onlein (www.sanktonlein.at) wird klar, dass das soziale Netzwerk anders funktionieren will als sein prominentestes Vorbild.

Seit März 2012 ist das österreichische Facebook-Pendant online. 26.000 Nutzer haben sich bislang registriert, "150 bis 200 kommen täglich dazu", erzählt Geschäftsführer Georg Kandutsch. Die Nutzer gelangen dann zunächst zum "Treffpunkt", wo man selbst Infos und Fotos teilen kann. Hier sind es eher Begrifflichkeiten und weniger Funktionen, die sich vom Facebook-Profil unterscheiden. Zu Postings von "meine Leut'" kann jeder "seinen Senf" dazugeben. Herzeigeromantiker sind nicht "in einer Beziehung", sondern "unterm Schlapfen".

In zwei anderen Bereichen des Netzwerks setzt Sankt Onlein aber auf Alleinstellungsmerkmale. "Der Onleiner" ist eine Tageszeitung, die von der Community mitbefüllt wird - quasi eine Social-Media-Zeitung. Und Ende August startet der Online-Shop. Am Ende soll man auf Sankt Onlein "Österreichs längste Einkaufsmeile" finden, sagt Kandutsch.

Marktplatz für Bedürfnisse

Auf Regionalität setzt in Österreich auch ein anderes Netzwerk. Erst seit drei Wochen online, und mit wesentlich weniger Kapital im Rücken als Sankt Onlein (dort wurden zu Beginn zwei Millionen Euro investiert und kräftig die Werbetrommel gerührt), hat der Kärntner Martin Danesch mit Cobirds (cobirds.net) einen "Marktplatz für Bedürfnisse" geschaffen. Über Cobirds findet man regionale Restaurants und Hotels (bewertet), kann sich aber auch mit anderen Nutzern austauschen. Immer mit einem Hinweis versehen, den man auch bei Sankt Onlein findet. "Wir behandeln Daten absolut vertraulich, es gilt österreichisches Recht", heißt es da wie dort. Zu verstehen als netter Seitenhieb in Richtung Kalifornien.

MARKUS ZOTTLER

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