Kostenfalle in der Gratis-App
Der Internet-Ombudsmann warnt vor Kostenfallen in Gratis-Apps für Smartphones und rechnet in diesem Jahr mit einem starken Anstieg der Beschwerden.

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Die gute Nachricht zuerst: Rund 84 Prozent der 4762 Beschwerdefälle, die im Vorjahr beim Internet-Ombudsmann landeten, konnten erfolgreich bearbeitet werden. Die Konsumenten sparten sich dadurch Kosten in der Höhe von 740.000 Euro, bilanzierte Projektleiter Bernhard Jungwirth.
Vermeintliche Gratis-Angebote, die sich dann als kostenpflichtig herausstellen, sind immer noch der häufigste Beschwerdegrund (39,5 Prozent), 2011 waren diese Fälle aber erstmals rückläufig. Doch geht dem Internet-Ombudsmann - das ist die weniger gute Nachricht vor allem für Besitzer von Smartphones - auch 2012 die Arbeit nicht aus. Deren Beliebtheit sowie die kaum noch überschaubare Bandbreite an Apps (kleine Programme und Anwendungen) gehen an der Schlichtungsstelle nicht spurlos vorüber, wie Jungwirth betont.
So rechnen er und sein Team mit einem deutlichen Anstieg der Anfragen zu Kostenfallen in Gratis-Apps und zum Datenschutz in sozialen Netzwerken.
Bereits 2011 hatte sich die Zahl der Beschwerden über die unberechtigte Veröffentlichung oder Verwendung persönlicher Daten gegenüber 2010 mehr als verdoppelt. Betrüger arbeiten außerdem ständig an neuen Online-Fallen, um Konsumenten hinters Licht führen zu können, warnt das Team des Internet-Ombudsmannes, das für die Nutzer von Apps Tipps zusammengestellt hat:
App(lication). Aktuell gibt es mehrere 100.000 Apps. Es handelt sich um Programme für Anwendungen, die je nach Handy-Plattform bzw. Betriebssystem über Onlineshops heruntergeladen werden können. Die beliebtesten Apps sind Zugangsprogramme für soziale Netzwerke, Spiele, Nachrichtendienste, Nachschlagewerke oder Fahrplanauskünfte.
Datenübertragung. Mit den Apps ist das Risiko der unbemerkten Übertragung persönlicher Daten verbunden. Für die Funktion sind diese selten notwendig, etwa der Standort bei einer Spiele-App.
Viren. Über Shops werden immer wieder auch mit Schadsoftware infizierte Programme bereitgestellt, die zum Beispiel kostenpflichtige SMS an Mehrwertnummern versenden.
Fallen. Viele Gratis-Apps finanzieren sich durch Werbung. Dort gibt es Fallen, bei denen versteckt Bestellungen oder Abo-Verträge abgeschlossen werden.
In-App-Käufe. Bei manchen Apps gibt es die Möglichkeit, in der Anwendung selbst ein Guthaben oder Punkte zu kaufen, ohne den klassischen Bestellprozess zu durchlaufen. Damit besteht die Gefahr, unbewusst Geld auszugeben. Oft machen Kinder ungewollt Bestellungen. Da aber viele App-Anbieter laut Ombudsmann die Informationspflichten nach dem Konsumentenschutzgesetz nicht erfüllen, ist ein Rücktritt vom Vertrag prinzipiell möglich.










