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Zuletzt aktualisiert: 17.04.2012 um 17:27 UhrKommentare

Einfacher Zugriff auf fremdes Handy möglich

Bundeskriminalamt warnt vor sorglosem Umgang mit internetfähigen Handys. Betroffen sind vor allem Jugendliche.

Foto © Eder

Große Wellen schlägt der Fall einer elfjährigen Oststeirerin, die über ihr Smartphone von einem unbekannten Täter beobachtet worden sein soll. Wie die Kleine Zeitung exklusiv berichtete, bekam die Schülerin Kurznachrichten, in denen sie auf ihre Kleidung oder Aktivitäten, denen sie gerade nachging, angesprochen wurde. Verschickt wurden die Nachrichten über das Handy eines Schulkollegen, der die SMS aber nicht geschrieben hatte. Die Eltern vermuten, dass sich jemand ins Smartphone der Tochter eingehackt hat.

Dass so etwas relativ einfach geht, bestätigt Silvia Strasser, Pressesprecherin des Bundeskriminalamtes. Dort ist auch das sogenannte Cyber-Crime-Competence-Center (C4) angesiedelt, das von Leopold Löschl geleitet wird. "Primär gilt, dass Handys und Smartphones kleine Computer sind. Und alles, was auf einem PC machbar ist, funktioniert auch auf dem Handy", sagt Strasser. Davon betroffen seien vor allem Jugendliche, von denen bereits rund die Hälfte via Smartphone im Internet surft.

Kein Virenschutz

Während Computerbesitzer ihr Endgerät nach allen Regeln der Kunst gegen Virenangriffe absichern lassen, werden auf Handys mit Internetzugang Firewalls und Virenschutzprogramme oft gar nicht installiert. In der Folge gebe es laut Bundeskriminalamt für Kriminelle zahlreiche Möglichkeiten, auf Smartphone oder Handy eines potenziellen Opfers zuzugreifen. Besonders sorglos seien Benutzer beim Herunterladen von Anwendungen - sogenannten Apps, wie etwa Spielen.

Beim Download muss der Smartphone-Besitzer zumindest dem teilweisen Zugriff auf Daten auf seinem Endgerät zustimmen. Das geht so weit, dass sich Anbieter die Berechtigung zum Zugriff auf die Hardware - also die Bedienung des Mobiltelefons selbst - einholen. Gibt der Smartphone-Besitzer die Zustimmung, kann unter anderem auf Kontakte, Kalendereinträge oder sogar die E-Mails von außen zugegriffen werden. Und eben auch die Beobachtung des Besitzers über die Handykamera ist möglich. Während das bei Mobiltelefonen noch ein seltenes Phänomen ist, sind bereits zahlreiche Fälle bekannt, in denen Internet-User über die integrierte Kamera ihres Laptops ausspioniert wurden.

Besonderes Gefahrenpotenzial sieht das Bundeskriminalamt aber in Phishing-Angriffen auf Handys und Smartphones, um die Bankdaten der Opfer auszuspionieren. Internetbanking über mobile Endgeräte, die nicht ausreichend gegen Viren- oder Hackerangriffe geschützt sind, wird immer beliebter, die Nutzer aber auch unachtsamer. Gerade auf den Mobiltelefonen werden Passwörter und Zugangscodes gerne gespeichert, zu denen sich Kriminelle Zugang verschaffen können.

RAINER BRINSKELLE

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