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    Zuletzt aktualisiert: 21.03.2012 um 14:51 UhrKommentare

    Gratis-Apps können zur Kostenfalle werden

    Konsumentenschützerin warnt vor sogenannten In-App-Käufen, Eltern sollten hier eine Sperre aktivieren, um teure Rechnungen zu vermeiden. Auch der Schutz persönlicher Daten sei nicht gewährleistet.

    Foto © Reuters

    Konsumentenschützer der Arbeiterkammer (AK) Wien raten zu Vorsicht bei Gratis-Apps: Werbebanner oder sogenannte In-App-Käufe - vor allem für Kinder verlockend bei Spielen - können teuer werden. Auch der Schutz persönlicher Daten kommt meist zu kurz. Apps greifen oft ohne berechtigten Grund auf Standortdaten oder Adressbücher zu und übertragen sie an die App-Entwickler. Überdies gibt es kein einheitliches Storno beim App-Kauf. Das ergab ein AK-Test mit Apps für Smartphones und Tablets, hieß es in einer Presseaussendung am Mittwoch.

    Der Verein Internet-Ombudsmann erhob für die AK exemplarisch mögliche Fallen mit den zwei häufigsten Smartphone-Betriebssystemen Android und iOS. Die Testgeräte waren ein HTC Wildfire-Handy (Android) und ein Apple iPad (iOS).

    AK-Konsumentenschützerin Daniela Zimmer warnte bei Gratis-Apps vor sogenannten In-App-Käufen: "Gerade Kindern ist in der Spiellaune oft nicht bewusst, dass sie auf einen kostenpflichtigen In-App-Kauf klicken, etwa für zusätzliche Spieleguthaben, um im Spiel schneller voranzukommen." Ein Beispiel: Beim kostenlosen Spiele-App "Smurfs Village" startet beim Klick auf das Hammer-Symbol ein In-App-Kauf mit dem zusätzliche Spielepunkte gekauft werden. Das kann bis zu 80 Euro ausmachen. "Beide Betriebssysteme bieten Sperren und Sicherheitsfunktionen an. Eltern sollten die Sperre von In-App-Käufen aktivieren, um teure Rechnungen zu vermeiden", empfahl Zimmer.

    Werbebanner können ebenfalls zur Kostenfalle werden, zeigte der Test. Gratisnutzer werden über Werbebanner zu Kaufangeboten weitergeleitet. In den Verbraucherberatungen mehren sich laut Arbeiterkammer Beschwerden über Abo-Fallen hinter Werbebannern. Betroffene berichteten demnach, dass nach offenbar unachtsamen Klicken auf unseriösen Anbieterseiten auf der Handy-Rechnung Beträge für nicht bewusst in Anspruch genommene Abo-Dienste aufscheinen - abgerechnet über sogenanntes WAP-Billing. Das Anklicken von Werbeeinschaltungen in Apps soll daher vermieden werden.

    Apps greifen sehr oft auf persönliche Daten zurück, etwa Adress- oder Standortdaten und übertragen sie an die App-Entwickler. Schadsoftware spioniert Nutzerdaten unbemerkt aus. Viel Datenvolumen kann ganz unbemerkt im Hintergrund verbraucht werden - und das kann kosten. Das Datenvolumen soll laut Arbeiterkammer regelmäßig kontrolliert werden.

    Die Konsumentenschützer warnten auch davor, dass es keine einheitlichen Stornomöglichkeiten beim Kauf von Apps gibt. Bei Google Play, vormals Android-Market, können Apps innerhalb von 15 Minuten storniert werden, sämtliche Kosten werden rückerstattet. Bei Apps im iTunes-Store ist das nicht möglich. Die AK forderte ein einheitliches, kostenloses Stornorecht für App-Käufe.

    "Es braucht Verbesserungen beim Datenzugriff, Storno und bei Werbe-Abo-Fallen", sagte Zimmer. Zudem müsse Verbraucher-Bildung rasch als eigenes Unterrichtsfach verankert oder in ein bestehendes Fach integriert werden. Außerdem forderte die AK, dass der Datenzugriff auf das für die Diensterbringung nötige Maß reduziert wird. Zusätzlich müssen laut den Konsumentenschützern Informationen und die Einwilligung zu Zugriffsberechtigungen verbessert werden. Die AK appellierte an Handy-Anbieter, Werbe-Abo-Fallen von WAP-Anbietern abzustellen.


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