Telekom-Branche dreht am Preisrad
Der Preiskampf in der Telekom-Branche sorgte über Jahre für sinkende Preise. Doch zuletzt stiegen die Tarife recht deutlich. Und im April erhöht auch Marktführer A1 die Preise.

Foto © Reuters
Ein in Österreich kaum bekanntes Phänomen spiegelt sich mittlerweile auch in der Teuerungsstatistik wider: Die Preise im Telekommunikationsbereich sind zuletzt recht deutlich gestiegen. Im dritten Quartal des Vorjahres lag das Plus bei 2,5 Prozent - und damit über dem allgemeinen Verbraucherpreisindex (VPI) in diesem Quartal. Bei Breitband-Anschlüssen stiegen die Tarife im Schnitt um 3,6 Prozent, im Mobilfunk um 2,7 und im Festnetz um zwei Prozent. Bisher wirkte sich der beinharte Preiskampf in der Branche jeweils inflationsdämpfend aus.
Ein weiterer Preisschub steht Anfang April an, wenn Marktführer A1 (Telekom) an der Preisschraube dreht. Die Tarife für Festnetztelefonate und einige Zusatzdienste steigen, zudem werden die Preise hinkünftig automatisch an die Inflation angepasst (Infos www.a1.net/preise-neu). Ein Festnetzanschluss kostet ab 1. April etwa 16,70 Euro statt 15,98 Euro, eine Rufnummernänderung künftig 20 statt 13,08 Euro, eine eingeschriebene Mahnung 15 statt 10,90 Euro. Die Kosten für das Wohnungspaket bei den "aonAlarmservices" verdoppeln sich sogar. Begründet wird der Preisschub mit massiven Investitionen in den Netzausbau. A1-Kunden können wegen der geänderten Geschäftsbedingungen (AGB) bestehende Verträge kündigen.
Der Markt wird enger
In dem insgesamt gestiegenen Preisniveau will Georg Serentschy, Chef der Telekom-Regulierungsbehörde RTR, keinen Zusammenhang mit der jüngst paktierten Übernahme von Orange durch "3" sehen. Mit dem Zusammenschluss wächst die Marktkonzentration am Mobilfunkmarkt. Derzeit wird die Causa jedoch einer wettbewerbsrechtlichen Prüfung in Brüssel unterzogen. Konsumentenschützer hatten wiederholt die Befürchtung geäußert, dass der Zusammenschluss zu höheren Tarifen führen könnte.










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