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Zuletzt aktualisiert: 27.01.2012 um 10:02 UhrKommentare

Ein bayrisches Eigentor

Einen spektakulären Neuzugang wollte der FC Bayern am Donnerstag präsentieren. Was am Ende des Tages von dem Transfer-Coup übrig blieb: Ein PR-Flop, großer Unmut und eine kleinlaute Entschuldigung. Von Thomas Huber.

Die Seite, die aufregt: "The New FCB Star"

Foto © ScreenshotDie Seite, die aufregt: "The New FCB Star"

Götze? Tevez? Balotelli? Die Gerüchteküche brodelte heftig in München, nachdem der FC Bayern am Donnerstag kurzfristig einen Transfer-Kracher angesagt hatte. Um Punkt 14 Uhr sollte er bei einer Pressekonferenz präsentiert werden, der neue Bayern-Star. Exklusiv auf Facebook. Ein "Gefällt mir" und man ist live dabei.

München in Aufruhr

Tausende Fans saßen gespannt vor den Bildschirmen, drückten auf "Like". Groß war die Hoffnung, hatte sich der Tabellenführer in der Winterpause doch auf dem Transfermarkt zurückgehalten. Bei Journalisten liefen die Drähte heiß. Die Homepage und Facebook-Seite der Bayern brach kurzfristig zusammen.

Ob Anhänger oder Medien, sie alle wurden enttäuscht. Denn die "spektakuläre Neuverpflichtung für den Offensivbereich", wie Sportdirektor Christian Nerlinger im Vorfeld angekündigt hatte, entpuppte sich als PR-Gag.

Nicht live, nicht echt

Nachdem Kapitän Philipp Lahm im Bayern-Presseraum den vermeintlichen Neuzugang in höchsten Tönen gelobt hatte, hielt Christian Nerlinger ein Schild in die Höhe. Darauf zu sehen war jedoch nicht etwa der neue "Robben", sondern das Profilbild des jeweiligen Facebook-Users: "The New FCB Star".

"Das Video von der PK war natürlich nicht ganz ernst gemeint, sondern ist ein kleiner Spaß für unsere Fans auf Facebook, bei dem der Fan im Mittelpunkt steht", klärte der Verein später auf. Jeder einzelne FCB-Fan sei die "spektakuläre Neuverpflichtung". Ein Spaß, der beim Großteil der Fans Kopschütteln und Ärger hervorrief.

Tausende Negativ-Postings

Video

Von YouTube wurde das PK-Video im Auftrag des FC Bayern in der Zwischenzeit wieder entfernt.

Auf Facebook und Twitter hagelte es binnen kürzester Zeit tausende negative Kommentare. "Wir werden mehr und mehr zum Kasperlverein", "Was für ein geiles Eigentor?" oder "Das ist so selten dämlich und peinlich. Da schämt man sich als Fan" - ein Auszug der noch netteren Einträge.

Aus der erhofften positiven Aufmerksamkeit wurde eine negative. Der FC Bayern reagierte. Der PR-Aktion folgte Krisen-PR. "Wie wir Euren zahlreichen Kommentaren entnehmen, sind viele Facebook-Fans des FC Bayern über die heutige Aktion sehr verärgert. Das tut uns leid. Aber es war nicht unsere Absicht, Euch mit der neuen FC Bayern App zu enttäuschen", zeigte der Verein Reue - nach der Auftaktpleite gegen Mönchengladbach die zweite Niederlage für den FC Bayern in diesem Jahr.

THOMAS HUBER

Foto

Foto © GEPA

Bild vergrößernBayern-Sportdirektor Christian NerlingerFoto © GEPA

Kritik an Spielern

Erst kürzlich warf Bayern-Trainer Heynckes zwei seiner Spielern "unprofessionelles Verhalten" vor, da sie verstärkt Twitter und Facebook zur Eigen-PR nutzten.

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