Jugendliche in der Spielfalle
Bereits jeder dritte Schüler ab 14 hat Erfahrung mit kostenpflichtigem Online-Glücksspiel. Eine neue Studie warnt vor den Suchtgefahren. Knapp 2100 Schüler und Schülerinnen aus 74 Schulen und allen neun Schultypen wurden befragt.

Foto © BIG SHOT/JUNGWIRTH Vier Prozent der Jugendlichen surfen zu viel im Internet
Jeder dritte Jugendliche ab 14 Jahren hat im Internet bereits einmal Geld in ein Online-Glücksspiel investiert. Gefährlich dabei ist die Regelmäßigkeit, warnt Thomas Lederer-Hutsteiner, Geschäftsführer von x-sample, da dies zur Spiel- und Internetsucht führen kann.
Das Sozial- und Marktforschungsinstitut erhob im Auftrag der steirischen Gesellschaft für Suchtfragen die Internet- und Onlinespielabhängigkeit von Schülern ab 14 Jahren. Zwar kursieren zu diesem Thema viele Zahlen, aber noch wenig fundierte Studien, sagt Lederer. Knapp 2100 Schüler und Schülerinnen aus 74 Schulen und allen neun Schultypen wurden befragt.
Vorweg sei gesagt: Vier Prozent der Schüler, das sind rund 2400, werden als internetsüchtig oder gefährdet eingestuft. "Das ist weniger als befürchtet, aber in absoluter Zahl ist es viel", meint Lederer. Eine Gefährdung tritt ab 35 durchschnittlichen Wochenstunden im Internet ein, eine Sucht ab 50 Stunden. Dazu kommen Merkmale wie Kontrollverlust, Entzugserscheinungen und funktionale Einschränkungen wie ein Leistungsabfall oder soziale Isolation. Der Beratungsbedarf für Eltern hat zugenommen, berichtet der Sozialforscher.
Besorgniserregend ist die Entwicklung beim Glücksspiel, da die Jugendlichen im Internet den Jugendschutz leicht umgehen können. Kostenpflichtige Spiele sind erst ab 18 Jahren erlaubt, die Plattform der österreichischen Lotterien geht auch rigoros vor. Doch weltweit finden Jugendliche 2700 Websites, auf denen sie mit weniger strengen Kontrollen um Geld spielen können. Immerhin gaben acht Prozent der Jugendlichen zu, erst am Tag vor der Befragung online Geld eingesetzt zu haben. Besonders beliebt sind Poker- und Kartenspiele sowie Roulette. 18 Prozent der Schüler, die erklärten, im letzten Monat online gespielt zu haben, gaben dafür 70 Euro aus.
Die wichtigsten Motive sind Unterhaltung, die Hoffnung auf einen Gewinn und Langeweile. Lederer: "Wer im Internet um Geld spielt, hat ein vierfach höheres Risiko, in die Internetsucht zu kippen."










