Terrorgefahr: Google Earth löscht Bilder im Irak
Nachdem aufgekommen war, dass irakische Terroristen die Satellitenfotos der Google-Earth-Software für ihre Anschlagsplanung auf britische Truppen nutzen könnten, hat nun Google Earth reagiert und die betreffenden Fotos gelöscht.

Foto © www.google.com
Beim Konflikt um die Google-Earth-Darstellung britischer Truppenlager im Irak hat das Unternehmen nun eingelenkt. Das aktuelle Kartenmaterial wurde durch ältere Aufnahmen vor Ausbruch des Irakkrieges ersetzt. Das behaupten zumindest mehrere Google-Earth-User und das britische IT-Portal The Register, das gleich auch entsprechende Kartenvergleiche mitliefert.
Hausdurchsuchungen. Den Stein ins Rollen gebracht hatte der Daily Telegraph mit einem Bericht am Wochenende, wonach Aufständische mit Kartenmaterial von Google Earth Angriffe auf die britischen Lager planen würden. Entsprechende Unterlagen seien bei Hausdurchsuchungen sichergestellt worden, so die britische Zeitung, die sich auf Geheimdienstinformationen beruft.
Fotos zeigten ...
... "detailliert Gebäude innerhalb der Lager und angreifbare Ziele wie die Zeltunterkünfte, die Wasch- und Toilettenblöcke und auch, wo die mit leichten Waffen ausgestatteten Land Rover geparkt sind". Auf der Rückseite der Fotos waren die genauen Längen- und Breitengrade vermerkt.
Friedlich. Der Vorwurf, dass die zum Teil hochauflösenden Erdkartenbilder von Terroristen missbraucht werden können, ist nicht neu. Bei Google Deutschland will man den Vorwurf so aber nicht stehen lassen: "Google Earth ist über zwei Millionen Mal von Menschen auf der ganzen Welt heruntergeladen worden. Die überwältigende Mehrheit dieser Anwender nutzt das Programm in rein friedlicher Absicht", so Google-Sprecher Stefan Keuchel gegenüber pressetext. Auch wies er darauf hin, dass Google Earth bei weitem nicht die einzige Quelle sei, um an derartiges Bildmaterial zu gelangen. Keuchel betonte zudem, dass Google Earth sich in der Vergangenheit auch bei Katastropheneinsätzen, wie beim Hurrikan Katrina oder beim Erdbeben in Pakistan, bewährt habe.
Besorgte Militärs. Zeitungsberichten zufolge soll Google die weitere Vorgehensweise bereits mit den britischen Behörden diskutiert haben. Die britischen Militärs hatten sich besorgt darüber gezeigt, dass das Bildmaterial detaillierte Hinweise zu neuralgischen Schwachpunkten des Truppenlagers Preis geben würden. So waren auf dem Kartenmaterial unter anderem die Gebäude auszumachen, welche die Waschräume der Truppen beherbergen. Auch leicht bewaffnete Land Rover und behelfsmäßige Unterkunftszelte, die ein leichtes potenzielles Ziel für Angriffe darstellen, waren auf Google Earth ersichtlich gewesen.
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Vorher - nachher: Irak-Fotos wurden ausgetauschtFoto © Google Earth
Rivalen
Der Online-Landkartenboom hat zu einer wahren Update-Rallye zwischen den großen Marktrivalen Google, Microsoft und Yahoo geführt. Die Online-Kartenapplikation Yahoo Maps lässt sich nun auch schon im Karten-, Hybrid- oder Satellitenmodus nützen. Auch europäische Städte sowie das Straßennetz sind in der neuen Version enthalten.










