Springe zu: Inhalt | Hauptnavigation | Seitenleiste | Fußzeile
21. Mai 2012 20:14 Uhr | Als Startseite
Neu registrieren 332304 Mitglieder | 637 online
Facebook-Aktie bricht ein Facebook ändert Richtlinien für Datenschutz Voriger Artikel Aktuelle Artikel: Multimedia Nächster Artikel Facebook-Aktie bricht ein Facebook ändert Richtlinien für Datenschutz
Zuletzt aktualisiert: 18.10.2011 um 22:53 UhrKommentare

Das können wir so nicht stehen lassen

Viele Postings zu aktuellen Themen machen das Internet bunt, eröffnen einem Blickwinkel auf andere und befeuern Diskussionen. Im "echten Leben" sieht es anders aus, denn einiges kann nicht stehen bleiben - auch auf kleinezeitung.at nicht. Thomas Golser und Sebastian Krause machten sich Gedanken.

Hinweise in ganz eigener Sache...

Foto © lassedesignen - Fotolia.comHinweise in ganz eigener Sache...

Halten wir zu Beginn fest: In der Traumwelt geplagter Online-Redakteurinnen und Online-Redakteure (bzw. wohl auch vieler Leser) sind Foren eben kein Ort des Löschenmüssens, Kontrollierens und Anstößigfindens. Vielmehr ein heimeliger, gut besuchter Platz für regen Gedankenaustausch, für geistreiche Begegnung, für hitzige Diskussionen, für amüsantes Zeit-Totschlagen - innerhalb gewisser Verhaltensgebote.

Im echten Leben

Ein virtueller Regenbogen, an dessen Ende sich Töpfe voller Gold finden. Und wenn dann auch noch ein User einen von uns für kleinezeitung.at verfassten Artikel für lesenswert befindet und lobt, freut sich das Herz des Schreiberlings aufrichtig. Das war wenigstens der Plan, als sich im Morgengrauen des World Wide Web die Möglichkeit auftat, zu kommentieren. Schon mal deftig, schon mal heftig - aber bitteschön ohne hasserfüllte und dumpfe Rundumschläge unter Verwendung aktuell sehr beliebter Wort-Äxte wie z.B. "Kulturbereicherer", "Kellernazi", "Asylantenpack", "linkes/rechtes Gesindel", "Drecksjugos", "R.o.m.a" oder dergleichen mehr. Das Internet ist bekanntlich tiefer als der Marianengraben - für radikale(re) Ansichten dürften sich auch weitaus "speziellere" Foren finden, darf angenommen und befürchtet werden. Kurz: Den Regenbogen gibt es nicht.

Kommentare sollten einem Zugänge zur Meinung anderer legen, einen zum Nachdenken bringen, auch einmal Überdruck-Ventil sein. So waren sie gedacht - auch wenn es mittlerweile für viele eher zu einem Ort der kostenlosen Psychohygiene geworden ist. Platz für Meinungen muss eingeräumt werden - doch die Grenzen setzt sich der User immer selbst: Würde ein Mensch, der Verunglimpfungen, Beleidigungen oder einen Aufruf zur Hetze in die Tasten hämmert, sich auch auf den Grazer Hauptplatz stellen und dies in die Herbstluft schreien - so nach dem Motto "Eigentlich bin ich ganz anders, ich komme nur viel zu selten dazu?" Dass in Foren Grenzen des öfteren überschritten werden, die eben nicht zu überschreiten sind, hat sich mittlerweile auch bis zu Exekutive und Staatsanwaltschaft durchgesprochen. Wer Einträgen fern aller Toleranzschwellen eine Plattform bietet, kann selbst belangt werden. Das sind die Fakten.

Und schreiben wir hier auch über Zensur. Wikipedia definiert den Begriff Zensur recht eindeutig (siehe rechte Randspalte) - ein heute allzu gängiger und leicht ausgesprochener Generalvorwurf an tagesaktuelle Online-Medien. Würden alle diesbezüglichen Anschuldigungen an kleinezeitung.at zusammen auch nur annähernd der Realität entsprechen, wäre die Stasi in der Honecker-DDR ein Bienenzüchter-Verein gewesen. Wir persönlich haben überhaupt kein Interesse an Zensur - niemand, der sich Redakteur und Journalist nennt, kann Freude daran haben. Klagbare Einträge sind allerdings für den Kommentarschreiber ein ebenso großes Problem wie für die Zeitung, die sie stehen lässt.

Es (be)schimpft sich ganz fabelhaft im (vermeintlich) anonymen Internet - eine Tatsache, die nicht zuletzt auch die Kreativität in Sachen Nicknames auf bizarre Weise fördert. Trotzdem: User, die sich mit dutzenden Gratis-E-Mail-Adressen und Namen von "AdolfHitler1" bis "AdolfHitler32" einloggen und bei genauer Betrachtung auch durchaus strafrechtlich Relevantes absondern, machen einem naturgemäß wenig Freude und haben online auch eine sehr begrenzte Lebenserwartung. Ein Internet-Forum ist in der heutigen Zeit ein wichtiger Ort zum Kundtun einer eigenen Meinung, die sonst kaum gehört würde. Eine kleine, für jeden und zu jeder Uhrzeit erreichbare Bühne. Allerdings kein virtueller Abort ohne Rücksicht auf alles - ein eben gar nicht so feiner Unterschied.

Manieren, Niveau und der rechte Rand

Doch nicht nur Kommentare, deren Inhalte sich als strafrechtlich relevant erweisen, bereiten dem Redakteur Sorgen. Vieles ist auch eine Frage des Stils, der Gesprächskultur, der Manieren. Nicht alles, was im virtuellen Müll landet, ist strafrechtlich relevant. Wenn eine Diskussion im weitesten Sinne nicht mehr gewährleistet ist, weil wüste Beschimpfungen oder andere, vom Niveau her bodennahe bis unterirdische Streitereien überhand nehmen, müssen wir einschreiten. Ein Maß an "Forumskultur" ist bei einer der Qualität verpflichteten Online-Plattform unabdinglich, Diskussionen sollen neue User einladen, aktiv teilzunehmen anstatt sich angewidert abzuwenden.

Ein Grund zur Freude für uns ist, und das ist ein ehrliches Lob an den Großteil unserer User-Gemeinde, dass nur recht selten wirklich aktiv einschreiten müssen und uns in letzter Konsequenz gezwungen sehen, die Meinungsaustausch zu untersagen und ein Forum "zuzudrehen". Weniger positiv ist der Umstand, dass auch kleinezeitung.at immer wieder Anlaufstelle einer ziemlich kleinen Gemeinde ist, die am äußersten rechten Rand der politischen Landkarte zuhause ist. Leider schafft es diese Gruppe immer wieder, die Kommentare unter einigen, gesellschaftspolitisch zweifellos brisanten Artikeln in rasantem Tempo für sich einzunehmen. Als Leitmotiv dient der Versuch, lauter und vor allem schneller zu sein als andere. Andersdenkende Leser, die sich polarisierenden Themen aufgeschlossen nähern, werden so davon abgehalten, an Diskussionen dazu teilzunehmen. Wer stellt sich gerne mit Turnschuhen in eine Gruppe streng Bestiefelter?

So gerne wir diesen Gedankenmüll im freien Spiel des Internets seinem Schicksal überlassen wollen – wir können es nicht. Neben den strafrechtlichen Gegebenheiten hat auch das Internet seine eigenen Gesetze: Während in der "realen Welt" eine kleine Gruppe Radikaler von der Öffentlichkeit kontrolliert und gegebenenfalls mit Hohn und Spott überschüttet werden kann, gilt im Netz das Prinzip der Organisation. Eine kleine, untereinander vernetzte Gruppierung kann lauter und gezielter agieren als die breite Masse. Wir müssen einschreiten, wenn einige freie Radikale ihren politischen Horizont, der kaum von einem braunen Molekül zum nächsten reicht, all zu offensiv darlegen.

Dass wir dadurch abwechselnd als "linkes Pack" (wenn wir einschreiten) oder als "auf dem rechten Auge blind" (wenn wir nicht einschreiten) beschimpft werden, liegt in der Natur der Sache, muss und soll die Posting-Gemeinde aber nicht weiter stören. Erwähnt seien auch gewisse User, die von vorne herein hinter jedem Artikel eine Weltverschwörung vermuten – glauben Sie uns: Unser Job greift meistens nicht direkt in die Agenden von Vatikan oder Weißem Haus ein – bislang lassen sich die Anrufe der NASA (wegen der erlogenen Mondlandung) oder Osama Bin Ladens (wegen seiner Todesanzeige) an einer Hand abzählen. Auch auf den Dankesbrief von George W. Bush warten wir noch, weil wir ja damals die 9/11-Verschwörung gedeckt haben – und es natürlich bis heute tun.

Zensur? Propaganda?

Seien Sie versichert: Als Redakteure ärgern wir uns ebenso wie Sie über Dinge, die in dieser Welt falsch laufen. Doch unsere Aufgabe ist es darüber zu berichten und bissig zu kommentieren. Dabei sind für uns Regeln einzuhalten - wie auch für den Leser. Das hat unterm Strich mit Zensur, Propaganda, parteipolitischer Einfärbung oder anderen Vorwürfen an die Redaktion so viel zu schaffen wie ein Veganer mit der Fleischtheke im Supermarkt. Wir schreiben viel lieber als dass wir Kommentare löschen wollen.

Wir freuen uns weiterhin auf Ihre wertvollen Foreneinträge innerhalb der doch recht großzügig gespannten "Netiquette". Vor allem dann, wenn sie stehen bleiben (können).

THOMAS GOLSER / SEBASTIAN KRAUSE

"Zensur"

"Zensur ist ein politisches Verfahren, um durch Massenmedien oder im persönlichen Informationsverkehr vermittelte Inhalte zu kontrollieren, unerwünschte beziehungsweise Gesetzen zuwiderlaufende Inhalte zu unterdrücken und auf diese Weise dafür zu sorgen, dass nur erwünschte Inhalte veröffentlicht oder ausgetauscht werden".

"Netiquette"

Die Kleine Zeitung DIGITAL GmbH & Co KG löscht Beiträge, die gegen privat-, straf- und presserechtliche Bestimmungen der Republik Österreich bzw. die guten Sitten verstoßen, sofern die Kleine Zeitung DIGITAL GmbH & Co KG hiervon Kenntnis erhält. Dazu gehören illegale Zwecke ebenso wie obszönes und belästigendes Verhalten.

Apps für alle

Montage

Nach iPhone- und iPad-App steht jetzt die Android-App der Kleinen Zeitung bereit: Für fabelhaft komfortablen Lesespaß, jederzeit und überall.

Apps, Apps, Apps

 

Fotoserien

Mark Zuckerberg im Foto-Porträt 

Mark Zuckerberg im Foto-Porträt

 


Newsletter

 

Fit am PC

Fit am PC

Für alle, die sich Schritt für Schritt den Themen Computer und Internet nähern wollen.

Immer informiert

RSS-Feeds

Immer aktuell: Die wichtigsten News direkt abonnieren.

Mobil informiert

Immer dabei: Die Kleine Zeitung gibt es auch auf dem Handy.

 


Seitenübersicht

Zum Seitenanfang