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Zuletzt aktualisiert: 20.07.2011 um 16:36 UhrKommentare

Apfel im Paradies: Apple bricht alle Rekorde

Apple ist ein Phänomen - und das erfolgreichste Unternehmen der Welt: Menschen drängen in die Läden, obwohl sie auf Geräte oft wochenlang warten müssen. Es scheint, als ob es weder Konkurrenz noch Kritik gäbe. Außerdem: Neues Betriebssystem "Lion" plus Mac Mini und MacBook Air.

Foto © AP

Allein von April bis Juni sind die Kalifornier mehr als 20,3 Millionen iPhone-Handys losgeworden, dazu fast 9,3 Millionen iPad-Tablets und annähernd 4,0 Millionen Mac-Rechner. Manche Produkte verkauften sich dreimal so gut wie im Vorjahreszeitraum.

Firmenchef Steve Jobs sprach am Dienstag (Ortszeit) in einer Mitteilung vom "besten Quartal aller Zeiten". Und selbst der sonst eher spröde wirkende Finanzchef Peter Oppenheimer ließ sich in einer Telefonkonferenz zu der Aussage hinreißen, die Nachfrage sei "sagenhaft".

Der Umsatz verbesserte sich im dritten Quartal um 82 Prozent auf 28,6 Mrd. Dollar (20,2 Mrd. Euro). Der Gewinn verdoppelte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar auf 7,3 Mrd. Dollar. Soviel hat Apple noch nie verdient. Einziger Wermutstropfen waren die iPod-Musikspieler, deren Absatz weiter fiel auf zuletzt 7,5 Millionen Stück. Viele Apple-Fans hören ihre Songs inzwischen lieber auf dem iPhone.

Erwartungen übertroffen

Apple übertraf mit den Zahlen ein ums andere Mal die Erwartungen der Analysten. Die Aktie schoss in einer ersten Reaktion nachbörslich um 7 Prozent nach oben und durchbrach erstmals die 400-Dollar-Marke. Apple festigte damit seine Stellung als wertvollstes Technologieunternehmen der Welt mit einem Gesamtwert von annähernd 370 Mrd. Dollar.

Apple ist derzeit so erfolgreich unterwegs wie kaum ein zweites Unternehmen. Zuletzt wirbelte der Konzern mit dem iPad den gesamten Computermarkt durcheinander. "Wir haben jedes iPad verkauft, das wir fertigen konnten", sagte Peter Cook, der die täglichen Geschäfte führt, während Steve Jobs eine krankheitsbedingte Auszeit nimmt. Klar würde dabei der eine oder andere Kunde vom Kauf eines Mac-Rechners abgehalten. "Aber die meisten Kunden kaufen ein iPad statt eines Windows-PCs." Der PC-Absatz schwächelt tatsächlich seit Monaten.

Und Apple will weiter kräftig zulegen. Cook setzt dabei vor allem auf den Milliardenmarkt China. "Wir kratzen nur an der Oberfläche, es gibt unglaubliche Möglichkeiten für Apple dort", sagte Cook. Gerade verhandelt Apple mit dem landesweiten Mobilfunk-Anbieter China Telecom über die Belieferung mit dem iPhone.

Die Kunden scheinen sich beim Kauf auch nicht von der harschen Kritik von Datenschützern an den Apple-Geräten abhalten zu lassen. Das iPhone wie das iPad mit Mobilfunkkarte hatten den Aufenthaltsort ihrer Nutzer ohne deren Wissen kontinuierlich erfasst und gespeichert. Apple gelobte Besserung und aktualisierte das Betriebssystem.

Sorge um Steve Jobs

Die einzige wirkliche Sorge gilt derzeit der Gesundheit von Steve Jobs. Es ist unklar, was ihm fehlt. Und es ist auch unklar, wann er wiederkommt - und ob er überhaupt wiederkommt. Nach einem Bericht des "Wall Street Journals" vom Dienstag haben sich einzelne Apple-Verwaltungsräte mit Personalvermittlern getroffen, um auszuloten, welcher Manager in Jobs' Fußstapfen treten könnte. In mindestens einem Fall sei auch der Chef eines namhaften anderen Technologiekonzerns angesprochen worden.

Jobs selbst schrieb in einer E-Mail an das Blatt: "Ich glaube, das ist Quatsch." Die Zeitung berief sich auf eingeweihte Personen. Demnach handelte es sich bei dem Vorstoß der Verwaltungsräte wahrscheinlich um Alleingänge. Der 56-jährige Jobs kämpft seit Jahren mit schweren Krankheiten. 2004 hatte er wegen Krebs behandelt werden müssen; 2009 bekam er eine neue Leber. Bei seinen wenigen öffentlichen Auftritten wirkte er geschwächt.

Lion kommt mit neuen Mac Minis und MacBook Air

Für die Mac-Computer stellte Apple am Mittwoch ein Update des Betriebssystems bereit. Das Mac OS X "Lion" übernimmt einige Elemente der mobilen Geräte, wie die Steuerung mit zwei Fingern (Multi-Touch) auf entsprechenden Eingabegeräten oder die Vollbilddarstellung von Anwendungen (Apps). Für die Mac-Computer stellte Apple am Mittwoch ein Update des Betriebssystems bereit. Das Mac OS X "Lion" übernimmt einige Elemente der mobilen Geräte, wie die Steuerung mit zwei Fingern (Multi-Touch) auf entsprechenden Eingabegeräten oder die Vollbilddarstellung von Anwendungen (Apps).

Das System-Update wird erstmals nicht mehr über CDs vertrieben, sondern als Download über den neuen Mac App Store, zu einem Preis von rund 24 Euro. Zu den Neuerungen gehört auch eine Versionskontrolle bei Dokumenten mit der automatischen Speicherung während ihrer Bearbeitung.

Zugleich gab das Unternehmen am Mittwoch die Aktualisierung seiner beiden Mac-Modellreihen "Air" und "mini" bekannt. Sowohl das besonders dünne Notebook als auch die kompakte Computerbox werden jetzt mit der neuesten Generation von Intel-Prozessoren ausgeliefert. Außerdem unterstützen beide Computer die von Apple als Thunderbolt und von anderen Herstellern als Light Peak bezeichnete Technik für den Anschluss zusätzlicher Geräte. Bisher ist die Auswahl an Thunderbolt-Geräten allerdings noch begrenzt. Apple stellte jetzt einen Thunderbolt-Monitor vor.


Mac OS Lion ist da

Am Mittwoch veröffentlichte Apple sein neuestes Betriebssystem Mac OS 10.7 Lion exklusiv über den Mac App Store für 23,99 Euro. Die Kleine Zeitung DIGITAL liefert in Kürze einen umfangreichen Testbericht zum Nachfolger von "Snow Leopard".

Foto

Foto © AP

Vor allem das iPad schlägt alle Umsatz-RekordeFoto © AP

Fakten

Die Kunden reißen Apple seine Kultgeräte weiter aus den Händen. Im dritten Geschäftsquartal von April bis Juni wurde Apple mehr als 20,3 Millionen iPhone-Handys los, fast 9,3 Millionen iPad-Tabletcomputer und annähernd 4,0 Millionen Mac-Rechner.

"Wir sind begeistert darüber, dass wir das beste Quartal aller Zeiten abliefern konnten", sagte Konzernchef Steve Jobs am Dienstag im kalifornischen Cupertino.

Apps für alle

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Nach iPhone- und iPad-App steht jetzt die Android-App der Kleinen Zeitung bereit: Für fabelhaft komfortablen Lesespaß, jederzeit und überall.

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