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Zuletzt aktualisiert: 07.06.2011 um 07:14 UhrKommentare

Apple macht die Wolke: "iCloud" soll zur Revolution werden

Bei einem seltenen öffentlichen Auftritt stellte der erkrankte Chef des US-Konzerns Apple, Steve Jobs, neue Produkte des Unternehmens vor. Neben neuen Versionen von Mac OS und iOS besonders im Rampenlicht: Der neue Cloud-Computing-Dienst "iCloud".

Foto © AP

Apple verlagert die Speicherung von Daten und Musik ins Internet. Mit iCloud will der US-Konzern Konkurrenten wie Google und Amazon.com auf diesem zukunftsträchtigen Markt auf den Fersen bleiben. Nutzer der beliebten iPhones, iPads und Macs können künftig Daten in der virtuellen Welt ansiedeln und so den Speicherplatz auf ihren Geräten entlasten. Der erkrankte Steve Jobs führte am Montag auf der jährlichen Entwickler-Konferenz in San Francisco die Präsentation des neuen und lange erwarteten Cloud-Computing-Angebots mit seinen üblichen Worten "one more thing" ein. Zuvor wurde allein seine Anwesenheit mit stehenden Ovationen der rund 5.000 anwesenden Apple-Jünger gefeiert.

Mit Hilfe des internetbasierten Dienstes iCloud können Apple-Kunden Dokumente, Fotos und Musik auf den Servern des Silicon-Valley-Konzerns speichern. Laut Jobs können Nutzer Buch- und Musikkäufe sowie Kalendereinträge in der Datenwolke teilen. Apple wird kostenfrei fünf Gigabyte zur Verfügung stellen - genug für rund 1.000 Songs. Für weiteren Platz muss dann gezahlt werden.

Analysten sind der Meinung, dass iCloud eine neue Form des Medienkonsums kreieren könnte. In den USA wird die Beta-Version ab Montag verfügbar sein. Im Gegensatz zu den Diensten von Google und Amazon wird der neue Dienst iTunes Match die Festplatten scannen und die Musik in der Datenwolke abrufbar machen. Bei der Konkurrenz müssen Kunden jeden Song selbst hochladen.

Fotoserie: Alles neu bei Apple

Für Jobs war es der zweite Auftritt in der Öffentlichkeit, seit er sich im Jänner erneut eine krankheitsbedingte Auszeit genommen hat. Einige Neuheiten stellte dann auch sein Team vor. "Es war gut, ihn trotz seiner Auszeit zu sehen", sagte Analyst Shaw Wu von Sterne Agee. Zudem sei es gut gewesen, festzustellen, dass Apple keine "Ein-Mann-Show" sei.

Seit der Markteinführung des iPads hat Apple mehr als 25 Millionen Exemplare des Tablet-Computers verkauft. Dies teilte Software-Chef Scott Forstall mit. Weiterhin seien 15 Milliarden Songs beim Online-Musikladen iTunes gekauft worden.

Neues Betriebssystem fürs iPhone

Neben der iCloud kündigte Apple zahlreiche neue Funktionen für seine Betriebssysteme an. Der US-Konzern rüstet sein Mac-OS-Betriebssystem auf und bringt die neue Software-Version iOS 5 für Handys auf den Markt. Zu den Neuerungen bei dem Lion genannten Betriebssystem für Macs gehören verbesserte E-Mail-Funktionen und Multi-Touch-Angebote.

Vor Beginn der fünftägigen Entwickler-Konferenz hatte die Apple-Aktie Gewinne verzeichnet. Im Tagesverlauf ging es dann jedoch abwärts, die Anteilsscheine schlossen in einem schwachen Marktumfeld mit einem Minus von 1,6 Prozent. Daniel Ernst von Hudson Square Research begründete diese Entwicklung damit, dass die Präsentation recht langweilig gewesen sei. "Es ist alles gut, aber jeder erwartet leider immer, dass sie übers Wasser gehen", sagte Ernst.


iPad-Boom

Apple hat seit der Markteinführung des iPads mehr als 25 Millionen Exemplare des Tablet-Computers verkauft. Dies teilte Software-Chef Scott Forstall am Montag auf der mit Spannung erwarteten Entwickler-Konferenz des Konzerns mit. Weiterhin seien 15 Milliarden Songs beim Online-Musikladen iTunes gekauft worden.

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