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Zuletzt aktualisiert: 08.04.2011 um 16:54 UhrKommentare

Legendärer Commodore C64 ist zurück

Genaue Zahlen gibt es nicht - aber es waren bis zu 30 Millionen Stück, die vom Commodore C64 von 1982 bis 1993 verkauft wurden. Nun bringt Commodore USA die Legende zurück an den Start - mit Technik des 21. Jahrhunderts und liebevoll rekonstruierter Original-Optik.

Ein guter alter Bekannter oder ein "Fake"?

Foto © Commodore USAEin guter alter Bekannter oder ein "Fake"?

Es waren unvergessliche Stunden, die man vor ihm verbrachte. Oder besser gesagt: Tage und Nächte, in denen man sich die Finger an so manchem "Competition-Pro"-Joystick krumm spielte. Die Rede ist vom Commodore C64, jenem legendären Tastatur-Computer, der angesichts seines eher plumpen Äußeren oft "Brotkiste" genannt wurde. Freilich ging man ungeachtet des Retro-Ansatzes bei der Technik auf Nummer sicher und spendierte der Neuauflage C64x zeitgemäße Hardware, schließlich schreiben wir nicht mehr 1985.

Statt des damaligen Ein-MHz-Prozessors (!) gibt es nun einen Intel Atom D525 mit 1,8 GHz und zwei Kernen, dem bis zu vier GB DDR2-RAM zur Seite stehen. Für die Grafik zeichnet eine Nvidias ION2-Lösung verantwortlich. Die Diskette hat schon länger ausgedient - dafür kommt nun ein DVD- oder ein Blu-Ray-Brenner zum Einsatz, der auf der linken Seite platziert ist. Auf der rechten Geräteseite ist ein Multi-Format-Kartenleser zu finden, dazu gibt es natürlich mehrere USB-2.0-Ports.

Gedacht ist der neue C64x, der von Commodore USA angeboten (und weltweit verschickt) wird, als "Office- oder Multimedia-PC": Dafür tauglich machen sollten ihn DVI, HDMI, VGA, Gigabit-LAN, PS2 und drei Audiobuchsen, über die Sechs-Kanal-Sound via Realtek-Chip ermöglicht wird. Als Massenspeicher dient eine SATA-Festplatte mit 160 bis 1.000 GB. Das revitalisierte Relikt hat freilich auch seinen Preis: Von 595 US-Dollar für das Basismodell (C64x Basic) bis zu 895 US-Dollar (C64x Ultimate) ist man dabei. Wer selbst bastelt, kann auch das blanke Gehäuse (inklusive Kartenleser) ordern, um es dann selbst mit passender Hardware aufzufüllen - sogar dieses kostet aber noch sehr stolze 250 US-Dollar. Viel Geld - allerdings war der C64 nie billig: Was man damals Mitte der 1980er-Jahre hinlegen musste, würde heute etwa 1.400 Euro entsprechen.

Dass einstige C64-Fanatiker, heute in ihren Dreißigern oder Vierzigern, eine spezielle Kundschaft sind, sorgt natürlich für einige Angriffsfläche: Von "Leichenschändung" über "Gerät, das mit dem Original nichts zu tun hat" bis hin zu "genialer Idee" reichen die Kommentare in vielen Foren. Neben Windows 7 als Betriebssystem gibt es für Nostalgiker auch ein Commodore-OS mit Emulationsfunktion - damit lassen sich Spiele aus der Computer-Steinzeit nutzen. Da 5,25-Zoll-Floppy-Laufwerke mittlerweile aber selten gesichtet werden, sollte man sich diese Spiele dann wohl aus dem Internet besorgen.

Viele Fans fragen sich noch heute, was aus dem einstigen Marktführer Commodore noch geworden wäre, hätte man sich nicht durch katastrophale Management-Fehlentscheidungen in den 1990er-Jahren endgültig das eigene Wasser abgeschnitten und in den Ruin getrieben. Diese Frage bleibt für immer unbeantwortet - der neue C64x könnte aber so manchen Retro-Freund die Kreditkarte zücken lassen: load "C64",8,1...

THOMAS GOLSER

Der "Ur-C64"

Prozessor und Taktrate: MOS 6510 (0,985 MHz)

Arbeitsspeicher: 64 KByte

Auflösung: 320 x 200 (16 Farben + 16 Randfarben)

Grafik: VIC II

Sound: SID

Soundkanäle: drei (neun Oktaven)

Betriebssystem: Basic

Der "C64x"

Prozessor und Taktrate: Intel Atom D525 1.8GHz Dual Core CPU

Arbeitsspeicher: bis zu 4 GB (DDR2 667/800)

Massenspeicher: SATA-Festplatte mit bis zu 1.000 GB

Grafik: NVIDIA ION2 Graphics (DDR3 512 MB)

Sound: Realtek-Chip, drei Audiobuchsen,

Soundkanäle: Sechs-Kanal-Sound

Betriebssystem: Windows 7/Commodore OS

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