Das Ende der irren Preise
Bis zu 2500 Mal mehr als in Österreich zahlt man derzeit für das mobile Internet im Ausland. Die Preise könnten vorm Sommer sinken.

Foto © APGut vernetzt, aber viel zu teuer: Roaming-Gebühren für Österreicher
Das Internet am Handy hilft im Urlaub, ein gutes Restaurant zu finden, mit Wikipedia bekommt man Wissenswertes zu Sehenswürdigkeiten und Fotos sollen via Facebook zeigen, wie gut man es gerade hat. "Wer sein Smartphone aber im Ausland nutzt, bekommt allzu oft danach den Rechnungsschock", weiß auch Telekom-Austria-Vorstandschef Hannes Ametsreiter. Mobiler Datenverkehr im Ausland ist nicht nur extrem teuer, sondern führt zur Verärgerung vieler Kunden.
Wie akut der Handlungsbedarf ist, zeigen die aktuellen Tarife. Ein Megabyte im Ausland schlägt je nach Tarif und Land mit gut zehn Euro zu Buche. Und ein Megabyte ist sehr wenig, im Normalfall entspricht dies ein bis zwei Fotos der Handy-Kamera. Im Vergleich mit einem sehr günstigen Tarif in Österreich bezahlt man so im Ausland bis zu 2500 Mal mehr als im Inland. "Hier müssen wir etwas tun", ist sich auch Ametsreiter bewusst. Weil das Problem global ist, bietet die Telekom seit dieser Woche ein weltweites Produkt an. "Abroadband" ist per Internetbestellung erhältlich und senkt den Datenpreis in 53 Ländern - von Neuseeland bis Chile auf einheitliche 59 Cent pro Megabyte - das soll eine Vergünstigung von bis zu 80 Prozent bringen.
Urlaubs-Flatrate
Einen Schritt weiter geht T-Mobile Deutschland. Deren Kunden können ab der heurigen Urlaubssaison Tages- und Wochenpässe lösen und das mobile Internet in allen EU-Ländern zum Fixpreis nutzen. 50 Megabyte pro Tag sollen mit fünf Euro zu Buche schlagen - ein akzeptabler Preis für die meisten Anwender. Der Wochenpass soll 15 Euro kosten.
Die Preise für Kunden in Österreich sind noch nicht bekannt, sollen sich aber auf etwa diesem Niveau befinden. Die Steilvorlage von T-Mobile werden die anderen Mobilfunker wohl aufgreifen müssen. Auch bei der Telekom Austria rechnet man bereits. Ametsreiter: "Wir werden auch für den Sommer etwas Ähnliches anbieten. Noch ist es aber zu früh, um Definitives sagen zu können." Neben immer mehr nützlichen Diensten und steigender Verbreitung von internetfähigen Handys erhöht aber auch die EU den Druck auf die Mobilfunker.
EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroess will bis 2015 einen einheitlichen europäischen Mobilfunkmarkt sehen. Damit könnten Kunden im EU-Ausland Mobilfunkdienste zu den gleichen Kosten nützen wie im Inland. Für Netzbetreiber wäre das wohl ein Albtraum.












