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Zuletzt aktualisiert: 15.02.2011 um 16:20 UhrKommentare

Die Facebook-Handys sind da

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg will das ganze Leben seiner Mitglieder vernetzen. Das Werkzeug für diese Vision kann man auf dem Mobile World Congress in Barcelona in die Hand nehmen

Foto © APA

Mehrere Hersteller bauen Handys, in denen sich alles um das Online-Netzwerk dreht.

Monatelang war über ein "Facebook-Handy" spekuliert worden - jetzt kommen gleich mehrere auf den Markt. Die auf dem Mobile World Congress vorgestellten Geräte tragen zwar nicht offiziell den Markennamen des weltgrößten Online-Netzwerks. Sie sind aber durch und durch auf ein Leben mit Facebook ausgerichtet. Die Vision von Gründer Mark Zuckerberg, die ganze Welt mit einem Netz von Facebook-Verbindungen zu durchziehen, soll damit greifbar werden.

Die Mobiltelefone sind ein Schlüsselelement der Facebook-Strategie. Schließlich nutzen etwa ein Drittel der 600 Millionen Mitglieder das Netzwerk auch auf mobilen Geräten. Und die meisten Sachen, die man mit anderen teilen will, erlebt man nun einmal draußen.

Herzstück statt App

Facebook-Apps etwa für Apples iPhone oder Googles Android-Plattform gibt es schon längst. Auf den neuen Geräten ist Facebook aber nicht nur einer der Kommunikationswege, sondern das Herzstück. Richtige Facebook-Knöpfe haben etwa die beiden Geräte, die der Hersteller HTC auf dem Mobile World Congress präsentiert. Wenn der Nutzer zum Beispiel ein Foto aufgenommen hat, beginnt der Knopf mit dem Logo zu blinken - als Einladung, das Bild gleich hochzuladen.

Anderes Beispiel: Wenn man einen Song mag, kann man dies per Knopfdruck seinen Freunden mitteilen. Ruft einer der Facebook-Kontakte an, wird sein Profil angezeigt. Mit Blick auf das zumeist jugendliche Publikum sind wohl die Namen ausgewählt worden: "ChaCha" heißt das Gerät mit einer kompletten Tastatur unter dem Bildschirm, "Salsa" ist die Variante mit einem großen Touchscreen.

Über Monate hatte Zuckerberg dementiert, dass es ein "Facebook-Telefon" geben werde. Nun kommt heraus: Es ist nicht eins, es sind Dutzende. Per Videoschaltung kündigte der Gründer für dieses Jahr noch weitere Geräte mit tiefgreifender Facebook-Integration an.

Facebook "light"

Bereits vergangene Woche präsentierte der kaum bekannte Hersteller INQ zwei Telefone, die ebenfalls um Facebook herum aufgebaut sind. Es gibt einen direkten Zugang zu Pinnwand, Chat oder Kontaktlisten, auf dem Bildschirm laufen die Nachrichten der Freunde ein, die Facebook-Ereignisse werden direkt in den Kalender eingetragen. Wie auch bei den HTC-Geräten ist als Betriebssystem Android installiert.

Einen überraschenden Ansatz stellte in Barcelona der Smartcard-Spezialist Gemalto vor. Er will einige Grundfunktionen von Facebook in die SIM-Karten der Handys integrieren. Der Vorteil dieser Lösung: Nutzer brauchen keine Smartphones oder teure Datentarife, um Status-Updates oder Kontaktanfragen zu lesen oder abzusetzen.

Anderseits kann man auf Basis der SMS-Technologie natürlich keine Fotos und Videos ansehen und hochladen. Insofern dürfte die Lösung eher in Entwicklungsländern Zuspruch finden, die aber als Wachstumsmärkte gelten. Kostenlos soll "Facebook for SIM" auch nicht sein - nach einer Gratis-Testphase werde eine Abo-Gebühr fällig, hieß es.


Neuheiten

Die Playstation im Handy, 3D-Fotos und ein Tablet für superschnelle Datennetze: Der Mobile World Congress in Barcelona (14. bis 17. Februar) geizt nicht mit Neuheiten. Zudem will die Deutsche Telekom nach Kritik an hohen Roaming-Kosten eine Flatrate für das Surfen im Ausland anbieten.

Handy-Weltmarktführer Nokia sorgt unterdessen mit einer Milliarden-Zahlung vom neuen Partner Microsoft für Aufsehen.

RIM

Der Blackberry-Anbieter RIM will mit Tempo punkten. Der Tablet-Computer Playbook wird in der zweiten Jahreshälfte auch mit einer Unterstützung für die nächste Mobilfunkgeneration LTE auf den Markt kommen, wie das Unternehmen ankündigte.

RIM zielt mit dem Playbook vor allem auf Geschäftskunden, die über das 7-Zoll-Display bequemer auf ihre E-Mails oder Kalenderdaten zugreifen können, als es mit dem Handy möglich ist.

3D am Handy

Der südkoreanische Konkurrent LG Electronics setzt ebenfalls auf Android - aber auch auf die dritte Dimension. Das "Optimus 3D" sei das erste Smartphone weltweit, das 3D-Inhalte abspielen und aufnehmen könne, sagte Michael Wilmes, Marketing-Manager bei LG Electronics Deutschland, der Nachrichtenagentur dpa in Barcelona.

Mit der Technologie habe das Unternehmen rund zwei bis drei Monate Vorsprung vor der Konkurrenz. Beim Ansehen der Videos soll der Nutzer ohne Spezialbrille auskommen.

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Foto: KLZ/rare (Fotolia.com)

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