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Zuletzt aktualisiert: 19.10.2010 um 16:43 UhrKommentare

Apple scheffelt Milliarden dank iPhone und iPad

Explodierende Verkäufe des iPhone-Handys, ein gut eingeschlagener iPad-Computer und eine treue Fangemeinde bei den Mac-Rechnern und iPod-Musikspielern haben dem kalifornischen Konzern erneut zu einem Rekordquartal verholfen.

Dank iPad und iPhone4 konnte Apple seine Gewinne kräftig steigern

Foto © APDank iPad und iPhone4 konnte Apple seine Gewinne kräftig steigern

Im vierten Geschäftsquartal (Ende September) stieg der Gewinn auf unterm Strich 4,3 Mrd. Dollar (3,10 Mrd. Euro). Das sind 70 Prozent mehr als im bereits guten Vorjahreszeitraum. Damit ist Apple das profitabelste Technologieunternehmen nach Microsoft. Der Umsatz schnellte im fast gleichen Tempo auf 20,3 Mrd. Dollar hoch.

Inzwischen sitzt Apple auf einem riesigen Cash-Berg von 51 Mrd. Dollar. Jobs lehnte es erneut ab, das Geld an die Aktionäre auszuschütten. Apple glaube, dass sich in Zukunft die eine oder andere "strategische Gelegenheit" bieten könnte, sagte Jobs - der bisher stärkste Hinweis auf mögliche große Übernahmen.

Den Apple-Fans versprach Jobs am Montag schon bald neue Produkte: "Wir haben für das restliche Kalenderjahr immer noch ein paar Überraschungen parat." Für Mittwoch hat das Unternehmen zu einer Veranstaltung eingeladen, die sich um die Mac-Computer dreht, die den Konzern einst groß gemacht hatten. Beobachter tippen darauf, dass Apple ein neues Betriebssystem enthüllt. Auch gab es immer wieder Spekulationen über Macs mit berührungsempfindlichem Bildschirm.

Im vergangenen Quartal verkaufte Apple knapp 3,9 Mio. Macs, das ist ein Viertel mehr als vor einem Jahr. Die iPhone-Verkäufe verdoppelten sich sogar beinahe auf 14,1 Millionen. Zeitweise wurde der Nachschub knapp und Geräte nur mit wochenlanger Verspätung zu bekommen. Auch viele Kunden in Deutschland mussten warten.

Vom neuen Tablet-Computer iPad wurden knapp 4,2 Mio. Geräte verkauft. Das war der einzige Punkt, an dem Apple die hochgesteckten Erwartungen der Marktbeobachter enttäuschte. Sie hatten zum Teil mit bis zu fünf Millionen abgesetzten iPads gerechnet. Jobs schwärmte, das iPad sei der Computer der Zukunft. "Wir haben einen Tiger am Schwanz gepackt."

Apple verkaufe mittlerweile mehr iPhones als der Konkurrent RIM von seinen Blackberrys, betonte Jobs. Ungewohnt scharf griff der Apple-Chef auch Google mit dem konkurrierenden Handy-Betriebssystem Android an: Die gemeldeten Verkaufszahlen seien unzuverlässig, Geräte und Software schlecht aufeinander abgestimmt, das System bei weitem nicht so offen wie behauptet.

Demnächst, so glauben Marktforscher, werden Android-Handys das iPhone an Beliebtheit eingeholt haben. Auch Microsoft greift Apple mit seinem neuen Betriebssystem Windows Phone 7 an. Nokia und der Blackberry-Hersteller RIM versuchen mit neuen Modellen, ihre Stellung bei den Smartphones zu verteidigen. Der Wettbewerb ist mittlerweile so erbittert, dass sich die Hersteller gegenseitig mit immer neuen Patentklagen überziehen.

Auch an den kommenden Tablet-Computern der Konkurrenz ließ Jobs kein gutes Haar. Die meisten seien schlicht zu klein im Vergleich zum iPad. Apple hatte mit dem Tablet einen Markt belebt, in dem kein Hersteller zuvor einen Hit landen konnte. Noch hat das iPad ein Quasi-Monopol. Aber allmählich bringen die Konkurrenten ähnliche Geräte heraus. Marktforscher sagen den flachen Touchscreen-Rechnern einen Boom voraus.

Mit seinen Zahlen übertraf Apple ein ums andere Mal die Erwartungen der Analysten. Die Aktie ging im frühen New Yorker Handel am Dienstag dennoch um rund drei Prozent in die Knie. Die Börsianer störten sich an einem ihrer Meinung nach zu vorsichtigen Ausblick, an gesunkenen Margen und Lieferproblemen beim iPad. Das Papier hatte allerdings auch jüngst mit 319 Dollar sein Allzeithoch erklommen.

Apple ist mit mehr als 290 Milliarden das zweitteuerste Unternehmen der USA nach dem Energiekonzern ExxonMobil. Ob Apple es bald schafft, den Energiegiganten zu überholen? Für das laufende erste Geschäftsquartal kündigte Finanzchef Peter Oppenheimer bereits die nächsten Rekorde an: Einen Umsatz von rund 23 Mrd. Dollar und einen Gewinn je Aktie von um die 4,80 Dollar.


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