Kommt ein Vöglein geflogen: Vom Brieftäubchen zur E-Mail und retour
Von der Brieftaube über Meldefeuer bis hin zur E-Mail, die Wege der Kommunikation sind vielfältig. Nun setzt die Deutsche Post erneut auf den guten alten Brief - allerdings soll er via Netz transportiert werden.

Foto © ReutersKommt ein Vöglein geflogen...
Die Deutsche Post will Mitte Juli mit ihrem seit Monaten angekündigten Online-Brief an den Start gehen. Mit dem Softwareriesen SAP hat der Konzern einen weiteren Partner für das Projekt gewonnen, mit dem er seiner Briefsparte wieder auf die Sprünge helfen will.
Der Marktstart des neuen Dienstes sei für den 14. Juli vorgesehen, teilte die Post am Montag mit. Konzernchef Frank Appel und Brief-Vorstand Jürgen Gerdes wollten das Projekt dann in Bonn vorstellen und auch den Preis für eine "Online-Briefmarke" bekanntgeben. Über das Porto für die Sendungen über das Internet schweigt sich der Konzern bisher aus. Auch Vertreter des Kooperationspartners SAP sollten bei der Präsentation dabei sein, erklärte die Post.
Briefgeheimnis für das Internet
Die Post leidet in ihrer Briefsparte darunter, dass immer mehr Kunden E-Mails statt Briefe verschicken. Mit dem "E-Postbrief" will der Konzern gegensteuern. Das Produkt soll das Briefgeheimnis ins Internet übertragen und den Nutzern auch Spam-Fluten ersparen. Sie müssen sich dazu mit dem Personalausweis registrieren, um über eine sichere Plattform Briefe online etwa mit öffentlichen Einrichtungen oder Unternehmen austauschen zu können.
Entscheidend für den Erfolg dürfte neben dem Preis auch die Zahl der Nutzer sein. Die Post hat bisher unter anderem den ADAC und den Versicherer Allianz als Partner gewonnen. Allein die Allianz hat den Angaben zufolge einen Kundenstamm von 19 Mio. Menschen in Deutschland.
Die Konkurrenz schläft nicht
Auch der Telekommunikationskonzern United Internet geht einem Zeitungsbericht zufolge mit einem elektronischen Brief an den Start. Ab sofort werde das Unternehmen sogenannte "Hybrid-Briefe" anbieten, berichtete die Tageszeitung "Welt" vorab in ihrer Dienstagsausgabe. So werden Briefe bezeichnet, die der Absender als E-Mails losschickt, die aber als gedruckte Briefe im Kuvert beim Empfänger ankommen. Der neuartige Brief solle 54 Cent kosten. Bei United Internet war unmittelbar niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.











