Der gläserne Nutzer: Bedrohung Facebook?
In den nächsten Tagen gibt es jede Menge Neuerungen bei Facebook. Darunter steckt so manche Bombe für die nun zwei Millionen Österreicher beim Freundesnetzwerk. Die kritischen Stimmen mehren sich.

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Wäre das soziale Internet-Netzwerk Facebook ein Land, es wäre mit seinen 400 Millionen Nutzern hinter Indien und China der drittgrößte Staat. Ein Staat, der mit keinerlei demografischen Problemen zu kämpfen hat, die Facebook-Population hat sich im Vorjahr verdoppelt. Erst vor wenigen Tagen knackte Facebook in Österreich die Marke von zwei Millionen Nutzern. Doch wenn heute die "f8", die Entwicklerkonferenz von Facebook startet, dreht sich alles um ein Thema, das viele Nutzer in Aufregung versetzt: Eine weitere Aufweichung der Privatsphäre - so der Vorwurf der Kritiker.
Denn die gravierendste Veränderung, die auf der Konferenz in Gang gesetzt werden soll, hat mit dem sensiblen Thema Datenschutz zu tun. In den geplanten neuen Nutzungsbedingungen findet sich ein Passus, wonach Facebook einzelne Benutzerdaten auch an Dritte weitergeben darf. Website-Betreiber können so einzelne Facebook-Nutzer identifizieren und feststellen, wer mit ihnen befreundet ist. Sie wären dann in der Lage, ihnen Mitteilungen auf der Website zu schreiben wie: "Hallo X, auch deine Freundin Y kauft bei uns ein".
Nutzer, die die Weitergabe der Daten nicht akzeptieren, müssen selbst aktiv werden und die Einstellungen auf dem eigenen Profil dahin gehend ändern. Verbraucherschützer fordern jedoch vehement, dass die Nutzer bei jeder Weitergabe und Nutzung von persönlichen Daten erst einwilligen müssen. Breiter bekannt geworden ist die Sache erst durch einen offenen Brief der deutschen Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner an Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.
Alles öffentlich
Facebook ist ein Paradebeispiel, wie man mit der Privatsphäre seiner Nutzer nicht umgehen sollte. Schon bei der letzten großen Änderung Anfang des Jahres patzte man gehörig. Damals ging es darum, ob Profile als Ganzes öffentlich einsehbar und für Suchmaschinen wie Google zu finden sind oder nicht. Anstatt diese Entscheidung dem Nutzer zu überlassen, sagte man sinngemäß: Alles ist öffentlich, es sei denn der Nutzer unterdrückt dies.
Schon aus diesem Grund sollten Facebook-Nutzer dringend einen Blick in die Einstellungen für die Privatsphäre werfen. Nur, die wenigsten tun das aber auch. Die nötigen Schalter finden sich rechts oben nach einem Klick auf "Konto" (siehe rechts). Facebook muss man allerdings eines zugutehalten: Die Einstellungen dafür sind sehr genau - allerdings muss man sie erst einmal finden. Das wird umso wichtiger, weil Facebook jetzt auch einen ortsbezogenen Dienst startet. Nicht jeder will allen anderen sagen, wo man gerade steckt. Auch wenn solche Möglichkeiten sinnvoll sein können, sollte man sich dringend Gedanken darüber machen, was man herzeigen will.
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Zum Thema
Einstellungen
Facebook erlaubt detaillierte Einstellungen, die man rechts oben durch einen Klick auf "Konto" und "Privatsphäre" festlegen kann. Dort kann man einzelne Nutzer blockieren und bestimmen, ob Fotos oder Statusmeldungen nur Freunde, Freunde von Freunden oder gar alle Internetnutzer (Google inklusive) sehen dürfen. Sinnvoll ist auch die Möglichkeit, Freundeslisten anzulegen.











