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Zuletzt aktualisiert: 03.11.2009 um 19:56 UhrKommentare

Mobbing 2.0: Gefahrenzone Internet

Mobbing verlagert sich immer mehr in die digitale Welt. Die Akademie für Wissensmanagement ist die erste Anlaufstelle für Opfer von Cyber-Mobbing und bietet Workshops für Schüler, Eltern und Lehrer an.

Foto © Yvonne Bogdanski - Fotolia.com

Was mit einem Klick auf dem Handy anfing, endete damit, dass sich Lisa nicht mehr in die Schule gehen traute. Denn als Lisa ihrem Freund ein Nacktfoto von sich auf das Handy schickte, konnte die 15-Jährige die Folgen nicht absehen. Ihr Freund schickte das Foto einem Kumpel weiter und nach wenigen Tage kannte es die ganze Schule. Lachen und anzügliche Bemerkungen standen auf der Tagesordnung, sodass Lisa schon bei dem Gedanken an die Schule Bauchweh bekam.

Jeden Tag Anfragen

Lisa ist kein Einzelfall. Cyber-Mobbing, das absichtliche Beleidigen, Bedrohen und Belästigen über das Internet ist ein besorgniserregender Trend. Auch in der Steiermark ist das Bewusstsein für Cyber-Mobbing inzwischen groß. Die Akademie für Wissensmanagement ist die erste Anlaufstelle für die Opfer von Cyber-Mobbing und bietet Workshops für Schüler, Eltern und Lehrer an. "In den letzten fünf Monaten haben wir in 32 Schulen Workshops abgehalten und jeden Tag bekommen wir weitere Anfragen", berichtet Klaus Strassegger von der Akademie für Wissensmanagement. Und auch das Interesse der Schüler ist enorm. So wird Strassegger regelrecht "mit Fragen bombardiert", denn schon fast jeder Schüler hat schlechte Erfahrungen gemacht.

Die Gründe für das Mobben im Internet kennt Bernhard Jungwirth, Projektleiter von Saferinternet.at, einer EU-weiten Initiative für den sicheren Umgang mit Internet, Handy und Computerspielen. "Mobbing ist nichts Neues, aber das Internet ist für Jugendliche so selbstverständlich, dass sich Mobbing in diese Bereiche verlagert."

Die Formen von Cyber-Mobbing sind vielfältig. Von Gerüchte verbreiten über Beleidigungen in Foren bis hin zur Erstellung eines Profils unter falschem Namen. Das besondere Problem bei Cyber-Mobbing: "Man ist dem Mobbing 24 Stunden am Tag ausgesetzt", erklärt Jungwirth. Außerdem verbreiten sich die Inhalte schnell unter einer großen Personengruppe und sind nur mit Hilfe der Website-Betreiber zu löschen (siehe Infobox).

Damit es nicht soweit kommt, helfen Aufklärung und Prävention. Denn in vielen Fällen gehen Jugendliche wie Lisa ohne Vorkenntnisse mit dem Internet oder Handy um. Die Wirkung der Workshops kann Klaus Strassegger bestätigen: "Oft erzählen mir die Eltern, dass die Jungendlichen noch am selben Tag ihre Profile in sozialen Netzwerken geändert haben." Das Internet sei aber nicht schuld am Mobbing, so Jungwirth. "Es ist falsch das Internet zu verteufeln. Durch das Internet wird niemand zum Mobber."


Fakten

Tipps für Jugendliche:
Probleme melden: Wird man Opfer von Mobbing im Internet, sollte man den Betreibern der Website den Vorfall melden. Diese müssen die Bilder und Texte herausgeben und löschen.

Profil sperren:
Auf vielen Websites gibt es die Möglichkeit, Profile von Personen zu sperren. So kann jemand, der andere beleidigt, blockiert werden.

Nicht antworten:
Auf Nachrichten, die ärgern oder provozieren wollen, sollte man nicht antworten. Genau das will nämlich der Verfasser erreichen.

Privatsphäre schützen:
Persönliche Daten (Handynummer, Adresse, private Fotos) sollten nicht in sozialen Netzwerken veröffentlicht werden. Mobber könnten die Fotos aus dem Zusammenhang reißen oder mit der Telefonnummer Telefonterror betreiben.

Tipps für Eltern:
Informieren:
Eltern sollten sich über die Internet-Nutzungsgewohnheiten ihres Kindes informieren, auch wenn es bisher noch keine Probleme gibt.

Über Gefahren aufklären:
Man sollte mit dem Kind über die Gefahren des Internets sprechen und über Risiken aufklären.

Verbot nicht sinnvoll:
Man sollte auf Probleme nicht mit Internetverbot reagieren. Wenn das Kind Opfer von Cyber-Mobbing ist, wird es durch das Internetverbot zusätzlich noch bestraft.

Täter kontaktieren:
Sollten die Belästigungen nicht aufhören, ist es hilfreich, den Täter darauf hinzuweisen, dass er sich mitunter strafbar macht. Denn in besonders schlimmen Fällen ist Cyber-Mobbing eine Straftat und kann auch zur Anzeige gebracht werden.

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