Finanzmarktaufsicht warnt vor Online-Betrugswelle
Immer mehr Österreicher lassen sich als "Finanzagenten" einspannen. Dann werden ihre Konten unbemerkt abgeräumt. Auch Nachahmungstäter des Schneeballsystems von Finanzjongleur Madoff sind aktiv.

Foto © Erwin ScheriauKriminelle knacken Onlinebanking-Konten
Die Finanzmarktaufsicht (FMA) hat am Freitag Alarm geschlagen: Österreich wird gerade wieder von einer Welle von Onlinebetrug erfasst. Die Opfer merken und melden dies meistens zu spät. Ließen sie sich als "Finanzagenten" für Geldüberweisungen von zuvor geknackten Konten einspannen, droht ihnen selber eine Anklage wegen Betrugs oder Geldwäscherei. Und wer sich mit dubiosen Anbietern auf Anlagegeschäfte eingelassen hat, sieht meistens nichts mehr von seinem Geld. Die Betrüger wechseln oft im Monatsabstand den Firmenauftritt.
Die FMA kämpft verschärft gegen schwarze Schafe in der Finanzszene und ruft Geschädigte zu zeitnahen Meldungen auf. In der Finanzkrise häuften sich in den vergangenen Monaten grenzüberschreitende Anfragen bei den Aufsehern, Fälle von "unerlaubtem Betrieb" (Wertpapierdeals ohne Konzession) nehmen zu, Nachahmetäter des "Madoff"-Schneeballsystems sind aktiv.
Daten geknackt
Besonders gewarnt wird aktuell davor, sich bei Online-Jobsuchen oder anderen Internetkontakten als "Finanzagent" missbrauchen zu lassen. Dabei knacken Kriminelle in der Regel über "Phishing" oder "Trojaner" beim Onlinebanking Konten, räumen die ab und lassen die Gelder auf das Konto eines meist unwissenden "Komplizen" (Finanzagent) überweisen, der - unter Provisionsversprechen oder nach Abzug von vielleicht zehn Prozent Provision - das Geld entweder von seinem Konto ins Ausland weiter überweisen oder besser in bar abheben und dann überweisen soll.
Zum einen ist nicht Konzessionierten das "Bankgeschäft" überhaupt verboten, vor allem aber geht es um zuvor "gestohlenes" Geld. Bemerken die Phishing-Opfer, dass Geld vom Konto fehlt, sind Polizei und Aufseher am Wort. Finanzagenten fliegen dabei als erste auf. Kann der unfreiwillige Strohmann - Normalbürger, Kleinunternehmer mit Internetvertrieb etc. - bei einmaligem Vorfall "bedingten Vorsatz" nachweisen, wird er im Strafverfahren meist freigesprochen, empfindliche Bußgelder bleiben aber meist nicht erspart. Vor allem via Russland, Ukraine und China kommen in letzter Zeit solche Phishing-Deals ins Land. Dort ist es einfacher, mit gekaperten Geldern unterzutauchen.










