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Zuletzt aktualisiert: 30.09.2009 um 22:37 UhrKommentare

Live-Videos hauchen Google Earth Leben ein

Computerwissenschafter des Georgia Institute of Technology haben ein System entwickelt, mit dem der virtuelle Globus Google Earth mit Echtzeit-Videos angereichert werden kann.

Foto © Google

Das Team um Kihwan Kim hat dafür diverse Überwachungs- und Webkameras in Atlanta angezapft und die digitalen Satellitenbilder mit Video-Aufnahmen von Sportereignissen, Verkehrsströmen, Fußgängern und dem Wetter verknüpft. Im Detail sucht das System in den diversen Video-Feeds nach sich bewegenden Objekten und verwandelt diese dann in animierte 3D-Modelle. Objekte, die sich beispielsweise auf einer Straße bewegen, werden in zufällig ausgewählte 3D-Automodelle verwandelt. Mit Fußgängern am Gehsteig oder mit Sportlern im Stadion wird genauso verfahren, nur eben mit beliebigen 3D-Figuren. Kim sagt, dass das System auf diese Weise die Privatsphäre schütze, da Details über die Personen oder über Autos (zum Beispiel Kennzeichen) unkenntlich gemacht werden. "Jedes sich bewegende Objekt wird vom System symbolisch gerendert", so Kim. Allerdings können einige Situationen, wie zum Beispiel Ampelkreuzungen, noch nicht vom System erfasst werden.

Um Bewegung in die virtuellen Städte zu bringen und dem Augmented-Reality-Ansatz näher zu kommen, bieten sich laut den Wissenschaftern viele Möglichkeiten. Beispielsweise würde die Integration von lokalen Wetterdaten einen völlig neuen Weg eröffnen, um die aktuellen Wetterbedingungen in einer Stadt zu verfolgen. Auch für Sportübertragungen sehen die Forscher großes Potenzial. Ramesh Raskar vom Massachusetts Institute of Technology Media Lab sagt, dass dieses Upgrade von den meist statischen virtuellen Globussen ein eindrucksvoller erster Schritt sei, um es Nutzern möglich zu machen, Geschehnisse an irgendeinem Ort der Welt in Echtzeit verfolgen zu können. Durch Inhalte, die Nutzer über Smartphone-Videokameras und andere Applikationen verbreiten, könnte dieses Erlebnis noch weiter bereichert werden, so Raskar.

Neue Features

In der Zwischenzeit lassen die Entwickler von Google Earth mit einem neuen Feature aufhorchen. Vor kurzem wurde eine 3D-Weltkarte veröffentlicht, die die vorhergesagten Auswirkungen des Klimawandels bis ins Jahr 2100 simuliert. Die Daten dazu, die das Ausmaß der erwarteten Temperatur- und Niederschlagsveränderungen anhand mehrerer Szenarios zeigen, liefert das Intergovernmental Panel on Climate Change. Die neuen Tools wurden in Partnerschaft mit der dänischen Regierung und anlässlich der bevorstehenden UN Climate Change Convention (COP15) im Dezember vor kurzem der Öffentlichkeit vorgestellt.

Nutzer können mithilfe dieses Tools die prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels in ihrem eigenen Land entweder durch Installieren eines Plug-ins bei Google Earth oder auf der speziell dafür eingerichteten Webseite betrachten. Derzeit werden nur wahrscheinliche Temperatur- und Niederschlagsveränderungen angezeigt, allerdings sollen bald Modelle folgen, die auch den Anstieg des Meeresspiegels, das Schmelzen der Polarkappen sowie den zunehmenden Wassermangel veranschaulichen sollen.

(pte)

Fakten

Prominente Unterstützung erhält das Google-Projekt von Klimawandel-Aktivist Al Gore, der sich erhofft, dass das 3D-Modell mehr Leute dazu bringt, sich mit dem Thema zu beschäftigen.

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