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Zuletzt aktualisiert: 17.04.2009 um 15:36 UhrKommentare

Bücher aus der Konserve

Ab Freitag gibt es Sonys elektronisches Buch bei uns zu kaufen. Er fasst bis zu 13.000 Werke, wird das Papier aber dennoch nicht ersetzen. Ein erster Test.

Sein größter Vorteil ist das Gewicht von bloß 260 Gramm und die kompakte Größe eines Taschenbuchs. Auf den Sony Reader passen mit Speichererweiterung bis zu 13.000 Bücher, seit heute gibt es ihn zu kaufen. Bücher waren bis dato die letzte Bastion, die noch nicht von der Digitaltechnik gestürmt wurde. Ob die Festung des Sinnlich-Analogen irgendwann vollends eingenommen wird, darf aber bezweifelt werden.

Haptik. Skepsis angesichts der kühlen, metallischen Lesemaschine herrscht in der Kulturredaktion der Kleinen Zeitung. Erstes Fazit der Kollegen: Niemand denkt nur im Entferntesten daran, sich so etwas zuzulegen. Die Kritik reicht von der ungewohnten Haptik über die Dauer des Umblätterns bis hin zum fehlenden Geruch frischen Papiers.

Bücher aus dem Webshop

Elektronische Bücher für den Sony Reader bekommt man in vielen Online-Shops wie www.thalia.at. Die Bücher kosten entweder gleich viel wie das gedruckte Werk oder etwas weniger. Rund 1500 Bücher stehen derzeit zur Auswahl.

Musik.Irgendwie erinnert das an die Schallplatte. Musikliebhabern stehen heute noch die Haare zu Berge, wenn sie an Musikkonserven von der Festplatte denken. Für andere ist ein iPod das Normalste der Welt und ein Plattencover höchstens das Relikt längst vergangener Tage, als die Eltern weder PC noch Internet hatten. Apropos Musik: Der Reader spielt auch MP3-Dateien ab. Eine Funktion, die die Kollegen der Online-Redaktion schätzen. Daneben gefällt, dass man neben Büchern auch noch andere Inhalte konsumieren kann. Mit einem kostenlosen Zusatzprogramm namens Calibre lassen sich die Websites der Zeit, Süddeutschen oder vom Spiegel abonnieren.

Unter Strom. Das elektronische Buch funktioniert mit Hilfe von Farbpigmenten. Durch Stromspannung werden sie entweder schwarz oder bleiben weiß. Strom wird nur zur Veränderung des Bildschirminhalts - also beim Umblättern - gebraucht. Das dauert zwar fast eine Sekunde, aber wer nicht völlig ungeduldig ist, gewöhnt sich schnell daran.

Steckdose. Das Lesegerät kommt mit relativ wenig Strom aus. Erst nach 7000 Mal Umblättern (je nach Schriftgröße sind das bis zu 5000 Romanseiten) muss das Gerät wieder an die Steckdose. Weil es keine Hintergrundbeleuchtung gibt, ist das Lesen angenehmer als auf dem Computer-Monitor. Das Schwarz-Weiß-Bild ist zudem schärfer, wenngleich es nicht an Papier heran kommt.

Umständlicher Kauf. Zurück in die Kulturredaktion, wo ein Kollege sagt, ihm fehle am Reader jegliches sinnliche Vergnügen. Nachsatz: Vielleicht ist er für nüchterne Sachbücher besser geeignet als für Romane. Auch Freunden der Digitaltechnik kann es so gehen - zumindest vor dem Beginn der Lektüre. Der Grund dafür liegt im strikten Kopierschutz, der die Weiterverbreitung der Werke übers Internet verhindern soll. Dafür ist ein separates Programm und eine Online-Registrierung beim Software-Hersteller Adobe nötig.

Alternativen. Der Sony-Reader ist der erste seiner Art, viele weitere werden folgen. Um den Tod von Büchern und Buchhandlungen muss man derweil aber nicht fürchten.

GEORG HOLZER

Sony Reader

Sony PRS-505: Ab Freitag im guten Buchhandel erhältlich. Zwei E-Books sind vorinstalliert: "Gut gegen Nordwind" von Daniel Glattauer und "Querschläger" von Silvia Roth sowie rund zehn weitere Leseproben.
Preis: 299 Euro

Riesen-Ladenhüter

Sonys größter Konkurrent in Europa ist der iRex Digital Reader 1000S, er fand bislang allerdings wenig Verbreitung. Das Gerät ist ein gutes Stück größer, eignet sich daher etwas besser zum Lesen ganzer Romanseiten und von PDF-Dokumenten. Wirkt sperrig, mehr als doppelt so teuer.
Preis: 699 Euro www.irexshop.com

Einfach und online

Amazon packt nicht nur einen E-Reader in das Gehäuse seines Kindle, sondern auch gleich seine gesamte Buchhandlung. Der Kindle ist via Handynetz mit dem Internet verbunden, Bestellungen werden auf dem Gerät selbst getätigt und ausgeliefert. Nachteil: Bücher (245.000 zur Auswahl) und Zeitungsabos sind nur über Amazon zu kaufen.
Preis: 359 Dollar (267 Euro)

Apps für alle

Montage

Nach iPhone- und iPad-App steht jetzt die Android-App der Kleinen Zeitung bereit: Für fabelhaft komfortablen Lesespaß, jederzeit und überall.

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