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Zuletzt aktualisiert: 07.04.2009 um 16:01 UhrKommentare

Menschenkette stoppte Google Street View

Im britischen Broughton stellten sich Menschen vor ein Google Street View-Auto und verhinderten damit, dass ihre Ortschaft für dieses spezielle Google Maps-Feature fotografisch erfasst wurde.

Foto © APA

An fast jeder Straßenecke in England gibt es eine Überwachungskamera, die ihre Bilder an die Polizei schickt. Daran haben sich die Briten gewöhnt. Aber dass das eigene Haus weltweit im Internet betrachtet werden kann - diese Vorstellung treibt die Bewohner des südenglischen Dorfes Broughton auf die Barrikaden. Mit einer Menschenkette blockierten sie ein Kamera-Auto, das Aufnahmen für das Projekt "Google Street View" machen sollte.

Verärgerte Anrainer. "Ich war gerade oben, als ich sah, wie das Kamera-Auto die Straße hinunterfuhr", sagte Paul Jacobs der Londoner "Times". "Meine sofortige Reaktion war Verärgerung: Wie kann es jemand wagen, ohne meine Zustimmung mein Haus zu fotografieren?" Schnell holte Jacobs seine Nachbarn zusammen. Alle stellten sich auf der Straße dem "Street View Car" entgegen und zwangen das Auto zur Umkehr. Die Polizei notierte später, es habe einen "Streit zwischen einer Menschenmenge und einem Auftragnehmer von Google Street View" gegeben.

Eindringen in Privatsphäre. "Sie hatten das Gefühl, dass seine Anwesenheit ein Eindringen in ihre Privatsphäre war", erklärte die Polizeibehörde für das Themse-Tal. "Als die Polizei eintraf, war das Auto schon verschwunden."

360-Grad-Rundumsicht. Die acht Kameras auf dem Dachgepäckträger der "Street View Cars" nehmen Fotos in einer 360-Grad-Rundumsicht auf und versehen diese mit Geodaten, also den genauen Längen- und Breitengraden. Die Fotos haben einen Datenumfang von mehreren Terabytes (tausende von Gigabytes). Diese Bilder werden dann zu einem riesigen Städtepuzzle zusammengefügt.

Gesicher "verpixelt". Die dabei verwendete, von Google selbst entwickelte Anwendung sorgt dafür, dass Gesichter und Autokennzeichen "verpixelt", also unkenntlich gemacht werden. Zoomt man sich in den Google Maps in Städte mit einer Street-View-Ansicht, erscheint über dem Zoom-Balken eine Schaltfläche. Zieht man diese auf eine Straße, kann man sich dort in der Foto-Ansicht bewegen.


Fakten

Auch von einigen Städten in Frankreich, Spanien und Italien sind virtuelle Straßenansichten abrufbar.

Für Österreich ist der Dienst derzeit zwar noch nicht geplant, Google-Autos wurden aber auch hier schon gesichtet.

In Deutschland sind derzeit Fotografen-Teams unterwegs, die zum Teil für großen Unmut sorgen. Der kleine Ort Molfsee in der Nähe von Kiel hat bereits eine Kampagne gegen Google Street View gestartet.

Foto

Foto © APA

Mit Spezialkameras auf Autos nimmt Google sich die Straßenzüge vorFoto © APA

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