Cebit: Zukunfts-Schau der Forscher
Neue Produkte suchte man auf der diesjährigen Cebit lange. Doch Forschungsinstitute zeigten, wohin die Zukunft geht: Roboter im smarten Zuhause.

Foto © Reuters
Rollin? Justin heißt der Roboter des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt, der auf der Cebit, der weltgrößten Computermesse in Hannover, letzte Woche erstmals gezeigt wurde. Das humanoide Technik-Wunder (siehe Bild links) ist in der Lage, mit seinen Armen zu greifen und könnte damit entweder die Wohnung zusammen räumen oder Getränke mixen. Freilich dauert das noch eine halbe Ewigkeit – aber der Anfang ist getan.
Hilfe im Haushalt.
Das deutsche Fraunhofer-Institut zeigte mit der dritten Version seines Care-O-bots (www.care-o-bot.de) eine schon fast serienreife Haushaltshilfe. Der mobile Serviceroboter kann sogar ein Bier aus der Küche holen. Das klingt zwar für uns Menschen banal. Für einen Roboter ist das eine enorme Leistung und zeigt, dass es bis zum echten Roboter noch eine Weile brauchen wird. Die Maschine findet sich selbstständig zurecht, hat eine ausgeklügelte Objekterkennung und kann sicher zugreifen. Dazu ist sie in der Lage, sich mit Menschen – sehr einfach, aber immerhin – zu unterhalten oder die Nachrichten vorzulesen. Seit zehn Jahren wird daran gearbeitet, in ein paar Jahren kann der Care-O-bot zu Hause stehen. Wir erinnern uns: Bei Staubsauger-Robotern ging die Entwicklung zum Schluss auch sehr schnell voran.
Rettendes Zuhause.
Und noch einmal Fraunhofer: Das Institut zeigte intelligente Teppiche, die registrieren, wenn jemand gestürzt ist. Im Notfall wird Alarm geschlagen, die Rettungsleitstelle kann den Einsatz so viel rascher durchführen. War der Sturz harmlos, kann mittels Knopfdruck der Fehlalarm bekannt gegeben werden. Zum Einsatz soll das System vor allem bei älteren Personen mit Herzproblemen kommen.
Auch heimische Denkfabriken präsentierten ihre Leistungen auf der Cebit – etwa die Grazer G.Tec. Dort arbeitet man an Sensoren, die bewegungslosen Menschen helfen, ein klein wenig selbstständiger zu werden. Hirnströme analysieren deren Willen, der dann von der Elektronik umgesetzt wird. So können diese Personen dank einer Haube mit Elektroden einfache Wörter diktieren oder den Fernseher einschalten.
Video-Google und Autos.
An der Uni Klagenfurt wurde ein System entwickelt, das einzelne Sequenzen in Videos sehr zielsicher auffinden kann.
Ein weiterer Themenbereich war Hightech im Auto. Ein mobiler Internet-Anschluss wird bald zur Serienausstattung gehören – allerdings weniger um bei 130 km/h im Web zu surfen, sondern um Inhalte automatisch herunter zu laden. So wird man künftig nicht mehr auf wenige Radiosender beschränkt sein, sondern kann aus dem vollen Portfolio von rund 30.000 Internet-Radiostationen wählen. Immer mehr Navigationsgeräte holen sich über UMTS oder Wlan aktuelle Verkehrsinformationen herunter.
Green IT.
Wie bereits im Vorjahr war Green IT ein Cebit-Schwerpunkt. Allerdings entlarvte sich das Gebotene weniger als etwas, das vordergründig gegen den Klimawandel ankämpfen soll. Die Grüne IT ist eigentlich nur als Kostenkiller gefragt. Allerdings: Wenn das auch zum Ziel führt, soll?s recht sein.
Features
Die Eröffnung
Fotoserie
Fakten
4.300 Aussteller aus 69 Ländern präsentierten ihre Produkte in den Messehallen in Hannover. Verbraucher waren vor allem an den neuesten Handys, Flachbildschirmen, Navigationsgeräten und Computerspielen interessiert.
Foto

Der Aussteller-Rückgang machtw der Messe zu schaffenFoto © APA
Prominenz
Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger eröffneten CeBIT in Hannover.












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