Reactable: Tischlein deck' dich!
Tischerlrücken in der Elektroszene: Der "Reactable" ist ein Instrument, das es bisher noch nicht gab.

Foto © Nadine AlberFast wie Bauklötze-Spielen: Musik machen mit dem reactable
JULIA SCHAFFERHOFER
Die einen Bausteine geben den Rhythmus vor, die anderen zerfleddern ihn wieder. Es werden Töne verzerrt, zerhackt, aufgeraut oder in die Verlängerung geschickt. Es ist, als ob sich die Töne verbiegen, verbeugen, sich umzingeln, antreiben oder vor den anderen davon laufen. Oder vor sich selbst. Es ist schlichtweg irre.
Table-Dance der Töne. Es ist ein Tisch. Kein viereckiger Kieferblock auf vier Stelzen und made in Sweden, sondern einer, dem Magie innewohnt, der die Klänge wie im Baukastensystem ineinander und übereinander steckt. Und einer, in dem jede Menge Musikforschung steckt. Name: "Reactable", Ursprung: Universität von Barcelona, Erfinder: Sergi Jordà, Günter Geiger, Martin Kaltenbrunner und Marcos Alonso sowie der Musiker Carlos López.
Foto

Das Team hinter dem Reactable: Foto © Nadine Alber
Klangklötze. Die Videos von ihrem Zaubertisch geben Einblick in die fabelhafte Welt der Musik: Die Jungforscher stehen gebeugt über ihrem runden, blau leuchtendem Tisch, legen Stein auf Stein darauf, schieben sie hin- und her, es kommen neue Steine dazu: Klötze, Würfel, Scheiben. Es entzündet sich ein Klangfeuerwerk für Augen und Ohren. Es faucht, es dröhnt, es brummt, es wummert, es wabbert, es knallt, es hallt, es stampft, es sticht, es ist aufbrausend, um sich im nächsten Moment wieder zu beruhigen.
Baukastensystem. Der "Reactable" basiert auf dem Prinzip der alten Synthesizer - nur dass es hier keine Knöpfe, Kabel oder extrem feines Fingerspitzengefühl braucht, um dem Gerät die abenteuerlichsten Töne zu entlocken. Wie gesagt, es ist ein Baukastensystem der anderen Art.













