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Zuletzt aktualisiert: 04.11.2008 um 14:35 UhrKommentare

Siemens-Ausstieg aus Computer-Sparte fix

Siemens steigt aus dem Joint Venture Fujitsu Siemens und damit aus der PC-Herstellung aus.

Foto © AP

Der deutsche Elektrokonzern Siemens steigt bei Europas größtem Computerhersteller Fujitsu Siemens aus. Der japanische Joint-Venture-Partner Fujitsu übernehme die 50-prozentige Beteiligung von Siemens zu einem Kaufpreis von rund 450 Mio. Euro, teilten die Unternehmen am Dienstag in München mit. Zugleich gab Fujitsu-Siemens- Chef Bernd Bischoff den Vorstandsvorsitz "aus persönlichen Gründen" ab, wie es hieß. Sein Nachfolger wurde der derzeitige Finanzchef Kai Flore ernannt. Das Unternehmen ist der letzte bedeutende Computer-Hersteller in Deutschland.

Abschluss. Das Geschäft soll zum 1. April 2009 abgeschlossen werden und steht noch unter Vorbehalt der Zustimmung der Behörden. Über Ausstiegspläne von Siemens war bereits seit Monaten spekuliert worden, nachdem die Dollarschwäche und der scharfe Preisverfall Fujitsu Siemens Computers (FSC) zunehmend zu schaffen machten. Siemens hatte sich wiederholt unzufrieden mit den Renditen des Unternehmens gezeigt.

Abbau von Arbeitsplätzen. Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" ("FAZ"/Dienstag) sollen in dem Unternehmen mit weltweit gut 10.500 Beschäftigten nun zunächst 1.000 Arbeitsplätze abgebaut werden, davon rund 500 in Deutschland. Insgesamt arbeiten mehr als 6.000 Menschen für Fujitsu Siemens in Deutschland, das Stammwerk liegt in Augsburg und das zweite Werk in Sömmerda in Thüringen, die Hauptverwaltung befindet sich in München.

Geschäft neu ausrichten. Ein Sprecher von Fujitsu Siemens Computers (FSC) erklärte zu den Spekulationen um einen bevorstehenden Arbeitsplatzabbau: "Wir werden in den nächsten Monaten das Geschäft neu ausrichten. Dabei wird es möglicherweise auch zu Gesprächen über Anpassungen kommen." Bisher gebe es aber keine Entscheidungen. Neben der Finanzkrise und der Abkühlung der Weltwirtschaft kämpfe die IT-Branche mit zusätzlichen Problemen, die eine Neuausrichtung erforderlich machten.

Gespräche. Falls es zu Anpassungen komme, würden entsprechende Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern aufgenommen, sagte der Sprecher. Deutschland bleibe aber weiterhin ein Schlüsselstandort. Dafür spreche auch, dass Fujitsu Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten nach Deutschland verlagern wolle, sagte der Sprecher. "Wichtig ist: Die Zukunft ist gesichert, die Monate der Unsicherheit sind vorbei."


Fakten

Fujitsu Siemens ist Europas größter Computerhersteller mit rund 10.000 Beschäftigten weltweit und einem Umsatz von 6,6 Milliarden Euro.

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