Schlummernde Ressourcen besser nützen
Das duale System der Lehrlingsausbildung
in Betrieben
und Berufsschulen könnte
erfolgreich sein: Es gibt hohen
Praxisbezug, fundierte Inhalte
und bewährte Lehrkräfte.Trotzdem
dümpelt dieses Modell
seit Jahren traurig dahin. Die
Misere hat mehrere Ursachen.
Erstens: DieWahl des richtigen
Berufes liegt im Argen. Viele
junge Menschen wissen mit ihrem
Leben nichts anzufangen
und erfahren kaum Hilfe. "Berufsorientierung"
ist für Schüler
ein Adabei-Pausenfüller, sie
gilt als Soso-lala-Plauderstunde ohne Wirkung.
Deshalb wird
man dann Bürokaufmann oder
Friseuse. Zweitens: Politisch
fühlt sich keiner zuständig. Ein
kluger Bildungsminister meidet
das Notstandsgebiet rund
ums Polytechnikum, weil es
dort nichts zu holen gibt.
Es gäbe aber viel zu holen:
Schlummernde Ressourcen
aus dem schon bald zur Mangelware
werdenden Rohstoff
"Mensch". Jeder ist aufgerufen,
in seinem Bereich künftig mehr
zu tun.
Industrieunternehmen sind
aus der Not des Fachkräftemangels
heraus bereits aktiv
geworden. Sie bieten ihren
Lehrlingen nicht nur gute Bezahlung
und Karrierechancen
sondern auch die verdiente soziale
Anerkennung – bis zum
gemeinsamen Segeltörn.
Nicht zuletzt zeigt die Kleine
Zeitung mit ihren Schüler- und
Schulprojekten vor, wie der
Brückenschlag gelingen kann.
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Dr. Ernst Sittinger, Mitglied der Chefredaktion, Kleine ZeitungFoto © MELBINGER







