Viel Praxis auf dem Weg zur Reife
Das Magnesitwerk Breitenau ist stolz auf ausgezeichnete Lehrlinge. Und auf neue Industrietechniker. Mit Meisterschule und Berufsreife sind sie bestens aufgestellt.

Foto © FuchsLukas Hofbauer schloss die Lehre mit Auszeichnung ab
Es war spannend, aber auch sehr schwierig", sagt Christian Ebner im Rückblick auf seine Ausbildung. Dreieinhalb Jahre lang drückte er - nach seiner mit Auszeichnung abgeschlossenen Lehre als Betriebsschlosser - mehrmals die Woche die Abendschulbank, opferte so manches Wochenende für Prüfungsvorbereitungen.
Er zählte zu den Ersten, die den ab 2007 von der Industriellenvereinigung (IV) aufgelegten Ausbildungsweg für Industrietechniker einschlugen und im vorigen Frühjahr das Diplom überreicht bekamen. Im Jänner wechselte der 25-Jährige von der Bergbauwerkstätte des RHI-Werkes Breitenau in die technische Planung und Projektierung. In einem der größten Ober- und Untertagebergbauer Österreichs werden hier jährlich etwa 400.000 Tonnen Magnesit abgebaut und im Werk zu feuerfesten Rohstoffen verarbeitet. Der Großteil der Rohstoffproduktion findet in 70 Ländern Absatz.
Von den 197 Mitarbeitern sind 20 Lehrlinge. "Wir bieten eine exzellente Ausbildung, haben hohe Anforderungen, aber dafür übernehmen wir fast alle", stellt Werksleiter Thomas Drnek fest.
Ebner wuchs in Breitenau auf und entdeckte in der landwirtschaftlichen Fachschule seine Vorliebe für Technik. Der spätere Lehrabschluss mit Auszeichnung ebnete den Weg zum Industrietechniker.
Vorreiter
Die Steiermark war Vorreiter bei dieser Ausbildung, die betriebliche Praxis und Schule vereint und von 28 Betrieben angeboten wird. Ebner absolvierte zuerst die zweijährige Meisterschule und in weiteren eineinhalb Jahren die Berufsreife. Insgesamt investierte er also rund siebeneinhalb Jahre in seinen Werdegang und ist derzeit einer von zwei Industrietechnikern bei der RHI.
Das Unternehmen kam für die Schulkosten auf und stellte für die Fahrten nach Leoben auch ein Auto. Die Ausbildung ist, so die IV, eine "echte Alternative" zur HTL; dort benötigen die Schüler zwar zweieinhalb Jahre weniger bis zur Matura, "verfügen aber nicht über eine vergleichbare Bandbreite an Qualifikationen". "Dieser Weg ist sehr praxisnah", resümiert Ebner, dem nun auch eine Hochschulkarriere offenstünde.
Lukas Hofbauer ist noch nicht so weit, doch seine Fühler in Richtung Fortbildung hat auch er bereits ausgestreckt. Die Voraussetzungen stimmen; in der Vorwoche schloss er die Lehre zum Maschinenbautechniker mit Auszeichnung ab. Das Unternehmen zahlt dem 18-jährigen Breitenauer dafür einmalig ein doppeltes Gehalt. "Wir müssen schauen, dass die guten Leute bei uns bleiben", erklärt Sprecher Philipp Teper die Strategie. "Sehr viele schließen bei uns die Lehre mit Auszeichnung oder gutem Erfolg ab", ergänzt Werksleiter Drnek.
Acht neue Lehrlinge wurden heuer aufgenommen - angehende Elektrotechniker, Chemielaboranten und eben Maschinenbautechniker. Geschenkt gebe es nichts, sagt Hofbauer. "Man muss ein Kämpfer sein." Doch die Anstrengung lohne sich.
Features
Grazer Betriebe starten Info-Offensive
In der Wirtschaft wird seit Langem die mangelnde oder gar nicht vorhandene Berufsorientierung an Schulen kritisiert. Neun Unternehmen (von Andritz bis XAL) aus Graz setzen seit einigen Monaten eigene Schwerpunkte. Im Rahmen des Projektes "Your Job" (www.your-job.at) koordinieren sie ihre Berufsorientierungsmaßnahmen an Schulen in den Bezirken Graz und Graz Umgebung gemeinsam. Die Idee wurde in Kooperation mit der Industriellenvereinigung Steiermark entwickelt. Im Rahmen des Projektes suchen die neun Unternehmen über innovative Konzepte und Wege den Kontakt zu Schülern, Lehrern und Eltern.
Lehrlingsserie
Fakten
Jetzt bewerben! Die Kleine Zeitung vermittelt 750 Lehrstellen in der steirischen Industrie und zeigt die Chancen auf, die Jugendliche dort haben.







