Die vielen Gesichter der Industrielehre
Wir haben fünf steirische Unternehmen besucht und mit Lehrlingen aus verschiedensten Lehrberufen gesprochen.

Foto © Kanizaj Isabella Niggas (18) und Verena Repolusk (18)
Dass die Lehre in der Öffentlichkeit vielfach nach wie vor zu Unrecht gering geschätzt wird, lässt sich auch damit begründen, dass viele Betrachter sämtliche Lehrberufe über einen Kamm scheren. Hier soll ein wenig Aufklärungsarbeit betrieben werden. Wir haben fünf steirische Unternehmen besucht und mit Lehrlingen aus verschiedensten Lehrberufen gesprochen. Sie alle haben ihre Geschichten erzählt, jede einzelne war reizvoll und einzigartig.
Die Chemielabortechnikerin
Die Arbeitswelt von Isabella Niggas (18) und Verena Repolusk (18) ist eine voller bunter Farben und unterschiedlichster Gerüche. Eine Welt, verbunden mit der farblosen Salpetersäure, dem leicht entzündlichen Ethanol und vielen Reagenzgläsern. Die Chemielabortechnikerinnen analysieren in dieser Welt die Reinheit und den Wirkstoff von Tabletten. In ihrem Fall beim Pharmaunternehmen Gerot Lannach, das pro Jahr zwei Lehrlinge aufnimmt. Die wichtigsten Eigenschaften für den Beruf? Genauigkeit beim Arbeiten und eine ruhige Hand.
Der Mechatroniker
Bis zu zehn Lehrlinge nimmt die Firma Epcos in Deutschlandsberg jedes Jahr neu auf, die meisten im Lehrberuf des Mechatronikers. "Ein Universalfachmann, der fräst, dreht, aber auch Ahnung von Elektronik hat", wie Ausbildner Johann Fabian erzählt. Sein Lehrling Christoph Schliefsteiner beschäftigt sich aber nicht nur während seiner Ausbildung mit Metallen. Privat frönt der 19-Jährige dem musikalischen Schwermetall, in Form der amerikanischen Metalcore-Band Killswitch Engage.
Der Produktionstechniker
Udo Plecko (20) hat als Produktionstechniker bei der Fenster- und Türenbeschlägefirma Maco in Trieben seinen Traumjob gefunden. "Ich habe als Werkzeugmacher begonnen, dann aber rasch auf den dreieinhalbjährigen Lehrberuf umgesattelt." Das Spannende: "Man lernt zuerst technische Fertigkeiten wie Fräsen und Drehen. In der Produktion braucht man dann auch soziale Fähigkeiten, weil man mit so vielen unterschiedlichen Mitarbeitern zu tun hat."
Die Metalltechniker
Wenn eine Maschine bei der ACC Austria in Fürstenfeld Probleme macht, müssen sie innerhalb kürzester Zeit ausrücken und die Geräte wieder in Ordnung bringen. Dominik Puschnig (19) und Dominik Kern (21). Ersterer lernt den Werkzeugbautechniker und Dominik hat seit Kurzem die Lehrabschlussprüfung zum Maschinenbautechniker in der Tasche. Das Besondere in Fürstenfeld? Die Lehrlingsbetreuung funktioniert bei ACC nach einem "Papasystem". Das heißt, jeder Lehrling hat seinen eigenen Ausbildner - 18 bis 20 Nachwuchshoffnungen hat das Unternehmen so ständig in Ausbildung.
Die Elektrotechniker
Die Grazer Lehrwerkstätte der AVL ist noch nicht einmal gänzlich fertig eingerichtet und trotzdem fühlt sich die Atmosphäre für Ines Igler schon "familiär" an. Die 17-Jährige lernt seit zwei Jahren den Beruf der Elektrotechnikerin. Sie bedient die hauseigenen Messgeräte und unterstützt Ingenieure bei der Motor- und Fahrzeugentwicklung. Auch Michael Friesinger (17) und Otmar Koper (17) arbeiten im Reich der FI-Schalter. Als zwei von aktuell 94 AVL-Lehrlingen.







