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Zuletzt aktualisiert: 13.02.2011 um 05:18 UhrKommentare

Erfolgreich! Auch ohne Archimedes

Eine gute Bewerbung als guter Startschuss. Ist der erste Schritt geschafft, wird für die Lehrlinge vieles zum Selbstläufer. Erfahrungsberichte aus der Elin Motoren GmbH.

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In diesem Moment weiß man: Die schlaflosen Nächte vor dem Bewerbungsgespräch waren nicht unbegründet. "Wer hat denn eigentlich die Schraube erfunden?", kommt es mit Brumm-Stimme und kritischem Blick. Zack. Erwischt. In aller Ahnungslosigkeit. "Ich hab's nicht gewusst", erklärt Carina Brunnader rasch und fügt schelmisch hinzu: "Aber anscheinend hab ich mit anderen Qualitäten überzeugt. Ich wurde nämlich trotzdem in die Lehrlingswerkstätte aufgenommen."

Elin als Talentschmiede

Dominik Brunner agiert als einer der beiden Geschäftsführer der Elin Motoren GmbH und ist überzeugt von der Talentschmiede des Unternehmens. Gemeinsam mit der Andritz Hydro und Siemens Transformers setzt die Elin auf den Lehrlings-Nachwuchs der Weizer Werkstätte. "Der Aufnahmetest ist nicht einfach. Neben einem schriftlichen Bewerbungstest ist vor allem das Bewerbungsgespräch ausschlaggebend für eine Aufnahme", erklärt Brunner.

Mit welchen Attributen man im Gespräch punkten kann? Die Tipps des Geschäftsführers: "Ein höfliches und motiviertes Auftreten ist ein Muss. Außerdem gefallen mir die Damen und Herren besser, die ihre Bewerbung selbst in die Hand nehmen und die Hilfe der Eltern ausklammern." Fünf bis sechs neue Lehrlinge übernimmt die Elin jährlich und bietet ihnen damit die Möglichkeit Praxis-Erfahrung zu sammeln. Im Bezug auf die Fähigkeiten dieser Lehrlinge nimmt sich Domink Brunner kein Blatt vor den Mund: "Die Qualität muss stimmen. Wir sind nun einmal nicht mehr verstaatlicht und leben in einer Leistungsgesellschaft."

Dass die Stellen in der hellen, 2008 errichteten, Halle des steirischen Motorenherstellers heiß begehrt sind, weiß auch der 16-jährige Dominik Kelz. Der angehende Elektromechaniker befindet sich im ersten Lehrjahr und arbeitet im Hochspannungssektor des Elin-Werks. In seinem Bewerbungsgespräch hat er vor allem mit Wissen über das Unternehmen punkten können.

An einem Generator schraubend versucht er seine Gedanken an die berufliche Zukunft präzise zu formulieren. Für den 16-Jährigen ist die Lehre alleine nämlich nicht ausreichend: "Ich mach nebenbei die Matura und erhoffe mir dadurch vielfältigere berufliche Möglichkeiten. Außerdem wird es immer wichtiger, gutes Englisch zu sprechen."

Vor allem in Weiz eine nachvollziehbare Denkweise: Elin agiert international, setzt auf eine 87-prozentige Exportquote und transportiert seine Motoren mittlerweile bis nach China. Der Umsatz des Unternehmens betrug im letzten Jahr etwas mehr als 86 Millionen Euro.

Hohe Behaltequote

Daten, die auch Michael Steiner freuen. Er ist am besten Wege zum Maschinenbautechniker, nur mehr die Lehrabschlussprüfung fehlt. "Dafür weiß ich, dass ich nach der Prüfung von der Elin übernommen werde." Damit liegt der 18-Jährige im Trend. Mehr als 80 Prozent der steirischen Industrielehrlinge werden in ihren Ausbildungsbetrieben behalten. Ach ja, und da gab es ja auch noch die Schraube.

Als ihr Erfinder gilt der antike griechische Mathematiker Archimedes. Die nach ihm benannte schraubenartige Förderanlage setzt man seit dem dritten Jahrhundert vor Christus zu Bewässerungszwecken ein und lässt Elin-Lehrling Carina charmant lächeln: "Mir wurde zwar bei meinem Bewerbungsgespräch erzählt, wer als Erfinder gilt, ich hab's mir allerdings nicht wirklich merken wollen."

MARKUS ZOTTLER

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