Lehrstellen werden 2010 und 2011 zunehmen
Die Industriellenvereinigung sieht anders als die AK die Zukunft der Lehrlinge in einem positiven Licht. Eine qualifizierte Zuwanderung sei unbedingt notwendig.

Foto © Fotolia I AuremarDie Zahl der Lehrplätze soll Prognossen der IV zufolge zunehmen.
Die Industriellenvereinigung (IV) bekräftigte heute als Reaktion auf die Kritik seitens der Arbeiterkammer (AK) das anhaltende "Commitment zur Lehrlingsausbildung" in den heimischen Industriebetrieben. Eine aktuelle Umfrage der IV zeige, dass ein hoher Prozentsatz der ausbildungsintensiven Unternehmen sogar davon ausgehe, dass die Zahl der Lehrstellen 2010 und 2011 zunehmen wird.
Minimales Minus bei Lehrlingen
Trotz Krise sowie Auftrags- und Produktionsrückgängen im zweistelligen Bereich sei es der Industrie gelungen, qualifizierte Mitarbeiter, insbesondere Fachkräfte, zu halten, hob der Vize-Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Peter Koren, am Mittwoch in einer Aussendung hervor. Auch bei den Lehrlingszahlen sei in der Industrie im Krisenjahr 2009 der Rückgang mit einem minimalen Minus im Vergleich zu allen anderen Wirtschaftsbereichen am geringsten gewesen.
Ein Problem, das häufig von Unternehmen erwähnt werde, sei aber die oft mangelhafte Vorbildung der Lehrlinge, wodurch sich die Unternehmen einem zu geringen Angebot an qualifizierten Jugendlichen gegenüber sähen. Maßnahmen wie der verpflichtende Kindergarten, Sprachstandfeststellung bei Kindern und die Einführung von Bildungsstandards sollten mittelfristig die Qualität verbessern, so Koren.
Nicht mehr, sonder qualifizierte Zuwanderung
Zur Kritik seitens der AK am Eintreten der Industrie für die möglichst rasche Einführung der "Rot-Weiß-Rot-Card" hielt Koren einmal mehr fest, dass es der IV nicht um mehr, sondern um qualifiziertere Zuwanderung gehe. Dass Migration heimische Arbeitsplätze kosten würde, ist laut IV eine Fehleinschätzung.
Auch die ÖVP bekräftigte ihre Forderung, die "Rot-Weiß-Rot-Card" rasch umzusetzen und kritisiert die zurückhaltende Position der AK dazu. Es sei nun Aufgabe der Sozialpartner, sich an einen Tisch zu setzen und mit vereinter Kraft einen klaren Kriterienkatalog auszuarbeiten, damit die "Rot-Weiß-Rot-Card" im Herbst endlich Realität werde, so der ÖVP-Pressedienst in einer Aussendung. Die "Rot-Weiß-Rot-Card" sei die Basis dafür, dass sich Österreich - nach den Bedürfnissen am österreichischen Arbeitsmarkt - die Arbeitskräfte selbst aussuchen könne.
Die Fraktion Christlicher Gewerkschafter (FCG) Wien warnt vor den negativen Folgen für die Arbeitnehmer: "Wir werden Zuwanderung brauchen, das darf aber nicht zu einem Dumping bei Löhnen und sozialer Sicherheit führen. Damit wäre weder den in- noch den ausländischen Arbeitnehmern geholfen", so FCG-Vorsitzender Alfred Gajdosik. Er fordert die Wirtschaft auf, nur dann auf Arbeitskräfte aus Drittstaaten zurückzugreifen, wenn es in Österreich an Arbeitskräften mangelt.







