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Zuletzt aktualisiert: 20.10.2011 um 15:12 Uhr

Bäcker/in

"Mohnweckerl, Pizzastangerl, Weißbrot, Strietzel, Toastbrot und Käsestangerl."

Tanja Güttinger hat eine Konditoren-Lehre abgeschlossen. Jetzt macht sie eine Bäcker-Lehre

Foto © LanguschTanja Güttinger hat eine Konditoren-Lehre abgeschlossen. Jetzt macht sie eine Bäcker-Lehre

"Am Anfang ist das frühe Aufstehen ungewohnt, aber mittlerweile macht mir das nichts mehr aus", sagt Tanja. Sie wird im Lehrbetrieb Bäckerei Steiner in Unterpremstätten zur Bäckerin ausgebildet. Davor hat sie schon eine Konditoren-Lehre fertiggemacht. "Danach wollte ich mir noch eine weitere Qualifikation aneignen. Und Bäcker hat mich schon immer interessiert," sagt Tanja.

"Überhaupt kann man in beiden Berufen gestalten. Bei den Konditoren eben mit Marzipan oder Schokolade. Und in der Bäckerei mit Teig." Für die Zeit nach Abschluss der Bäcker-Lehre hat Tanja schon ein nächstes Ziel: "Mich zieht es in die Ferne, ich würde gerne im Ausland, zum Beispiel in England, arbeiten."

Interview: Heinz Regula, Landesinnungmeister des Lebenmittelsgewerbes
"Kopfarbeit und Handarbeit"

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Foto © WKO

Heinz Regula ist Landesinnungsmeister des LebensmittelgewerbesFoto © WKO

Zum Lebensmittelgewerbe zählen die Fleischer, die Bäcker, die Konditoren, die Müller und die Molkereifachmänner. Was muss man für einen dieser Beruf mitbringen?
Heinz Regula: Man braucht vor allem ein Bewußtsein für das Lebensmittel an sich. Den jungen Menschen muss klar sein, dass ein Lebensmittel ein Rohstoff der Natur ist.
Ist dieses Bewusstsein verloren gegangen?
Heinz Regula: Ja, zum Teil leider schon. Der Grund ist, dass man bei Diskontern Lebensmittel heute zu Dumpingpreisen kaufen kann. Da kostet ein 10er-Pack Semmeln dann soviel wie drei einzelne Semmeln beim Bäcker.
Was erwartet die jungen Menschen in einem Lehrberuf des Lebensmittelgewerbes?
Heinz Regula: Sie dürfen sich auf die Verbindung zwischen Kopfarbeit und Handarbeit freuen. Ein Bäcker hat beispielsweise das Rezept im Kopf. Und die Handarbeit fällt dann in einem weiteren Arbeitsschritt mit der praktischen Ausführung dieses Rezepts zusammen.
Welche Perspektive haben die Lehrlinge, wenn sie einen dieser Lehrberufe fertig gelernt haben?
Heinz Regula: Ohne zu übertreiben, muss ich sagen, dass ihnen dann die Welt offen steht. Wenn sie zu guten Facharbeitern werden und ein wenig flexibel sind, dann können sie in der ganzen Welt arbeiten.
Können Sie vielleicht ein Beispiel nennen?
Heinz Regula: Ich kenne Bäcker oder Köche, die in China, in Amerika oder oder sonstwo auf der Welt ihr Geld verdienen. Die österreichischen Facharbeiter genießen einen sehr guten Ruf und sind wirklich auf der ganzen Welt heiß begehrt.
Wie sicher ist ein Beruf im Lebensmittelgewerbe?
Heinz Regula: Sehr sicher. Dazu kommt, dass auch die Bezahlung stimmt. Ein Bäcker muss zwar früh morgens zu arbeiten beginnen. Auf der anderen Seite kann hat er dafür viele Zuschläge, die sich positiv auf seinen Gehaltszettel auswirken.
Was können die Lehrbetriebe für die Lehrlinge tun?
Heinz Regula: Sie müssen ihnen ideale Ausbildungsbedingungen bieten. Ich sage immer: Die Lehrlinge sind meine wertvollsten Mitarbeiter.
Noch ein Wort zum Geschlechterverhältnis zwischen Burschen und Mädchen. Wie hat sich das in den letzten Jahren verändert?
Heinz Regula: Bei den Konditoren war das Verhältnis früher 50 zu 50. Heute haben wir rund 70 Prozent Mädchen. Ähnlich gestiegen ist der Frauenanteil auch bei den Bäckern.
Wäre auch in anderen Lehrberufen ein ähnlich hoher Frauenanteil wie bei den Konditoren wünschenswert?
Heinz Regula: Ja, das stimmt absolut. Frauen und Männer können all diese Arbeiten gleich gut machen. Ich würde mich jedenfalls sehr freuen, wenn sich der Frauenanteil weiter steigern ließe.


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Foto © WKO

Norbert Steiner, LehrlingswartFoto © WKO

Fakten zum Beruf

Dauer der Lehrzeit: drei Jahre
Aufgabengebiet: Ein Bäcker formt, maschinell und per Hand, Nahrungsmittel wie Brot oder Feinbackwaren, zudem stellt er auch Überzüge und Füllungen her.

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