Bäcker/in
"Mohnweckerl, Pizzastangerl, Weißbrot, Strietzel, Toastbrot und Käsestangerl."

Foto © LanguschTanja Güttinger hat eine Konditoren-Lehre abgeschlossen. Jetzt macht sie eine Bäcker-Lehre
"Am Anfang ist das frühe Aufstehen ungewohnt, aber mittlerweile macht mir das nichts mehr aus", sagt Tanja. Sie wird im Lehrbetrieb Bäckerei Steiner in Unterpremstätten zur Bäckerin ausgebildet. Davor hat sie schon eine Konditoren-Lehre fertiggemacht. "Danach wollte ich mir noch eine weitere Qualifikation aneignen. Und Bäcker hat mich schon immer interessiert," sagt Tanja.
"Überhaupt kann man in beiden Berufen gestalten. Bei den Konditoren eben mit Marzipan oder Schokolade. Und in der Bäckerei mit Teig." Für die Zeit nach Abschluss der Bäcker-Lehre hat Tanja schon ein nächstes Ziel: "Mich zieht es in die Ferne, ich würde gerne im Ausland, zum Beispiel in England, arbeiten."
Interview: Heinz Regula, Landesinnungmeister des Lebenmittelsgewerbes
"Kopfarbeit und Handarbeit"
Foto

Heinz Regula ist Landesinnungsmeister des LebensmittelgewerbesFoto © WKO
Zum Lebensmittelgewerbe
zählen die Fleischer, die Bäcker,
die Konditoren, die Müller und
die Molkereifachmänner. Was
muss man für einen dieser Beruf
mitbringen?
Heinz Regula: Man braucht
vor allem ein Bewußtsein für
das Lebensmittel an sich. Den
jungen Menschen muss klar
sein, dass ein Lebensmittel
ein Rohstoff der Natur ist.
Ist dieses Bewusstsein verloren
gegangen?
Heinz Regula: Ja, zum Teil leider
schon. Der Grund ist, dass
man bei Diskontern Lebensmittel
heute zu Dumpingpreisen
kaufen kann. Da kostet
ein 10er-Pack Semmeln dann
soviel wie drei einzelne Semmeln
beim Bäcker.
Was erwartet die jungen
Menschen in einem Lehrberuf
des Lebensmittelgewerbes?
Heinz Regula:
Sie dürfen sich
auf die Verbindung zwischen
Kopfarbeit und Handarbeit
freuen. Ein Bäcker hat beispielsweise
das Rezept im
Kopf. Und die Handarbeit
fällt dann in einem weiteren
Arbeitsschritt mit der praktischen
Ausführung dieses
Rezepts zusammen.
Welche Perspektive haben
die Lehrlinge, wenn sie einen
dieser Lehrberufe fertig gelernt
haben?
Heinz Regula:
Ohne zu übertreiben,
muss ich sagen, dass ihnen dann die Welt offen steht.
Wenn sie zu guten Facharbeitern
werden und ein wenig
flexibel sind, dann können sie
in der ganzen Welt arbeiten.
Können Sie vielleicht ein Beispiel
nennen?
Heinz Regula:
Ich kenne Bäcker
oder Köche, die in China, in
Amerika oder oder sonstwo
auf der Welt ihr Geld verdienen.
Die österreichischen
Facharbeiter genießen einen
sehr guten Ruf und sind wirklich
auf der ganzen Welt heiß
begehrt.
Wie sicher ist ein Beruf im
Lebensmittelgewerbe?
Heinz Regula:
Sehr sicher. Dazu
kommt, dass auch die Bezahlung
stimmt. Ein Bäcker
muss zwar früh morgens zu
arbeiten beginnen. Auf der
anderen Seite kann hat er dafür
viele Zuschläge, die sich
positiv auf seinen Gehaltszettel
auswirken.
Was können die Lehrbetriebe
für die Lehrlinge tun?
Heinz Regula:
Sie müssen ihnen
ideale Ausbildungsbedingungen
bieten. Ich sage immer:
Die Lehrlinge sind meine
wertvollsten Mitarbeiter.
Noch ein Wort zum Geschlechterverhältnis
zwischen
Burschen und Mädchen. Wie
hat sich das in den letzten Jahren
verändert?
Heinz Regula:
Bei den Konditoren
war das Verhältnis früher 50
zu 50. Heute haben wir rund
70 Prozent Mädchen. Ähnlich
gestiegen ist der Frauenanteil
auch bei den Bäckern.
Wäre auch in anderen
Lehrberufen ein ähnlich hoher
Frauenanteil wie bei den
Konditoren wünschenswert?
Heinz Regula:
Ja, das stimmt absolut.
Frauen und Männer können
all diese Arbeiten gleich
gut machen. Ich würde mich
jedenfalls sehr freuen, wenn
sich der Frauenanteil weiter
steigern ließe.
Features
Foto

Norbert Steiner, LehrlingswartFoto © WKO
Fakten zum Beruf
Dauer der Lehrzeit: drei Jahre
Aufgabengebiet: Ein Bäcker formt, maschinell
und per Hand, Nahrungsmittel
wie Brot oder Feinbackwaren, zudem
stellt er auch Überzüge und Füllungen
her.









