"Falsche Fünfer" im Schulzeugnis
Unzählige Kärntner Schüler wurden seit September des Vorjahres nach einem rechtswidrigen Notenschlüssel bewertet. Gegen die Noten kann jetzt Einspruch erhoben werden.
Landesschulrat: "Falsche Fünfer" im Zeugnis
Reihenweise "Nicht genügend": Seitdem an Kärntner Schulen Probeläufe für die neue kompetenzorientierte (KO) Matura stattfinden, hagelt es schlechte Noten (wir berichteten). Jetzt wird klar, dass die vielen Fünfer gar nicht gerechtfertigt waren. Die Schularbeiten, die man als Probe für die neuen Maturaklausuren durchführte, wurden zu streng benotet.
Schuld daran war der Notenschlüssel, der vom "Bifie" vorgegeben wurde. Dieses Institut hat für das Unterrichtsministerium die neue "KO-Matura" ausgearbeitet. Mit einem entscheidenden Haken: Während bislang noch 50 Prozent richtige Antworten für eine positive Note reichten, sollte die nach Willen des "Bifie" erst ab 60 Prozent vergeben werden. Der Kärntner Landesschulrat verständigte jetzt in einem Rundschreiben alle Leiter höherer Schulen, dass dieser Notenschlüssel rechtswidrig war. "Die alte Leistungsbeurteilungsverordnung ist nach wie vor in Kraft", sagt Walter Ebner, Präsident des Landesschulrats.
Schüler mit "Nicht genügend" dürfen also aufatmen. Sollten sie wegen einer Schularbeit, die nach dem Bifie-Schlüssel benotet wurde, einen "Fleck" im Abschlusszeugnis haben, können sie diesen beeinspruchen. "Wir werden jeder Berufung stattgeben", verspricht Rudolf Altersberger, neben Ebner Vizepräsident. Er rechnet damit, dass mehrere hundert Schüler betroffen sein werden und Anspruch auf ein "Genügend" haben. Der Landesschulrat hat die Notbremse gezogen, weil auffiel, dass "reihenweise Schularbeiten nachgeholt werden mussten", so Altersberger. Er bekam schon aus dem Ministerium Anrufe, was denn in Kärnten los sei. "Anscheinend gibt es das Problem nur bei uns."
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Bild vergrößernRudolf Altersberger will jedem Einspruch gegen die "Falschen Fünfer" stattgeben Foto © Just







