So werden aus Schulen neue Zentren
Kindergarten, Volks-, Haupt- und Musikschule unter einem Dach? Sinkende Schülerzahlen brauchen neue Lösungen. Mit Schulzentren können Gemeinden sparen.

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Sinkende Schülerzahlen, zur Sanierung anstehende Schulgebäude, belastende Betriebskosten - und all das bei angespannter Finanzlage mit steigenden Ausgaben. Kärntens Gemeinden stehen generell vor großen Herausforderungen, auch im Schulbereich stehen gravierende Veränderungen an. Denn Gemeinden, sie sind Schulerhalter für die Pflichtschulen, müssen sich teils von Gewohntem verabschieden und Neuem zuwenden.
Derzeit entstehen im Lande, von Gemeindereferent Josef Martinz (ÖVP) und Schulreferent Uwe Scheuch (FPK) forciert, Schulzentren, oder besser Bildungszentren. Kindergarten, Volks- und Hauptschule, Musikschule, alles unter einem Dach statt drei oder vier Gebäude.
Martinz startet vor diesem Hintergrund eine Schulbau- und Sanierungsoffensive: Zur Konzentration und dem Ausbau von Schulen zu Bildungs- und Betreuungszentren.
Beispiel Griffen. Ein bereits umgesetztes Beispiel liefert die Marktgemeinde Griffen. Dort wurde die Volksschule (auch thermisch) generalsaniert und Flächen so komprimiert, dass es Räume für die Musikschule wie Nachmittagsbetreuung gibt und die beiden Volksschulexposituren Pustritz (zwölf Kinder) und Greutschach (fünf) mit dem Schuljahr 2009/2010 aufgenommen wurden. Weniger Heizkosten, weniger Standorte: Für die Gemeinde bedeutet das in Summe eine Kostenersparnis von 100.000 Euro im Jahr, die Schule Greutschach wurde um 250.000 Euro verkauft, rechnet Reinhold Pobaschnig von der Gemeindeabteilung des Landes vor.
In Möllbrücke (Marktgemeinde Lurnfeld) ist ein ähnliches Projekt gerade in Umsetzung: Seit diesem Schuljahr sind die 49 Volksschüler in der Hauptschule, nun neue Mittelschule, untergebracht, wo es leere Klassen. Musikschule und ein Turnsaal werden angebaut. Den nützt dann auch der Sportverein mit.
Amtsleiter Johann Huber zeigt auf: "Allein die Volksschulsanierung hätte die Gemeinde rund 500.000 Euro gekostet. Wir wollten zudem eine Musikschule bauen, hätten finanziell nur zweiteres geschafft. Mit dem Konzept Schulzentrum liegt auf der Hand, dass wir uns viel Geld sparen." Wie viel? Dazu gebe es noch keine konkreten Zahlen. Für die Hauptschule ist der Schulgemeindeverband Spittal (wo alle Bürgermeister vertreten sind und die Gemeinden einzahlen) zuständig. Mit dem neuen Konzept muss Lurnfeld prozentuell die Betriebskosten für die Hauptschule mittragen und spart die Kosten für die Volksschule. Dort könnten nun Wohnungen entstehen. "Konzepte dieser Art werden auch in vielen anderen Gemeinden notwendig", ist Huber überzeugt. Die Bevölkerung stehe voll hinter dem Schulzentrum, der Abschied von der Volksschule sei kein Problem gewesen. "Veränderung ist notwendig, das sehen die Leute ein."
Features
Beispiele
Gemeinde Lesachtal. In Umsetzung: Die Volksschule wurde in die Hauptschule integriert, dort werden nun Räume für die Musikschule adaptiert. Ein kleiner Zubau soll Platz für weitere Volksschüler bieten.
Greifenburg. Umgesetzt: Die Musikschule wurde in die Hauptschule integriert, ohne Zubau. Optimierung durch thermische Sanierung der Hauptschule.
Weitensfeld. Abgeschlossen: Räumliche Integration der Musik- in die Hauptschule.
Ferlach. In Umsetzung: Räumliche Integration der Berufsschule in die Hauptschule.
Vorteil: Bei der Sanierung werden alle Schulen behindertengerecht adaptiert.







