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Zuletzt aktualisiert: 20.08.2010 um 14:58 Uhr

"Ich möchte einfach nicht stehen bleiben!"

Josefine Fischer ist ein Paradebeispiel für lebenslanges Lernen: Mit 50 wagte sie den beruflichen Neuanfang - und stieg gleich als Geschäftsführerin ein.

Von Null auf Hundert: Josefine Fischer ist heute Geschäftsführerin von Alphamed Medizintechnik in Lassnitzhöhe

Foto © WIFIVon Null auf Hundert: Josefine Fischer ist heute Geschäftsführerin von Alphamed Medizintechnik in Lassnitzhöhe

Querer kann man in einen Job wohl kaum einsteigen: Eigentlich hat Josefine Fischer ein Diplom für psychiatrische Gesundheits- und Krankenpflege, lehrte diesen Beruf auch an der Grazer Krankenpflegeschule, ist diplomierte Lebens- und Sozialberaterin sowie als Mediatorin bewandert. Aber das Medizintechnikunternehmen ihres Mannes ist so schnell gewachsen, dass ein zweiter Geschäftsführer als Unterstützung dringend her musste. Oder besser: eine Geschäftsführerin, denn seine Frau hat die Herausforderung angenommen. Seit Oktober 2008 lenken die beiden jetzt gemeinsam die Geschicke der Firma Alphamed Medizintechnik in Lassnitzhöhe, die auf den Vertrieb von Gelenksimplantaten spezialisiert ist.

Personalwesen, Finanzen und demnächst auch Marketing stehen seither täglich auf der Agenda: "Die Angst vor diesem Schritt war sehr groß, schließlich habe ich 30 Jahre in einem sicheren Angestelltenverhältnis gearbeitet." Aber auch diesen Job kann man erlernen, war sie sich sicher, und absolvierte die Wifi-Akademie für GmbH-Geschäftsführer.

"Quereinsteiger müssen sich Unterstützung holen", schließlich gilt es, Basics wie Bilanzenlesen oder Bankgespräche führen von der Pieke auf zu lernen. "Zu Beginn war es trotzdem sehr, sehr schwer, weil ich völliges Neuland betreten habe." Und der Druck war groß: "Die Mitarbeiter haben am Anfang von meinem Job ja mehr verstanden als ich." Von einem sozialen Beruf in die Welt der Zahlen, ist das nicht ein krasser Kontrast? "Es stimmt nicht, dass man dabei mit trockenen Materien zu tun hat. Es stehen immer Menschen dahinter." Aber Quereinsteigerin zu sein, hat auch Vorteile: "Ich konnte neue Impulse geben, weil ich Dinge mit anderen Augen gesehen habe." Das zeigt sich heute etwa in verbesserten Mitarbeitergesprächen oder einer überarbeiteten Unternehmensstrategie.

Trotzdem lässt die 52-Jährige nicht locker: "Ich lerne immer etwas Neues. Gerade habe ich eine Ausbildung zur Tanzpädagogin fertig gemacht." Wissen, das sie im Unternehmen gleich umsetzt, und in Kursen für die Mitarbeiter anbietet.

Ihre Bilanz nach zwei Jahren im neuen Job: "Es gibt auch heute noch Bereiche, in denen ich nicht sattelfest bin, aber davon lasse ich mich nicht aus der Bahn werfen. Ich bin immer noch auf dem Weg", sagt die 52-Jährige. "Ich möchte einfach nicht stehen bleiben. Es ist so spannend, diese Entwicklung bei einem selbst zu beobachten."

Wo mangelt es ihr noch an Know-how? "Beim Delegieren zum Beispiel, da habe ich noch Defizite."


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"Weiterbildung bedeutet beruflichen Aufstieg und in Zukunft auch Umstieg"

Wie hat sich die angespannte Arbeitsmarktlage auf die Weiterbildung ausgewirkt?
Peter Hochegger: 2009 war ein Rekordjahr in puncto Weiterbildung, gleichzeitig hat ein Drittel der 450.000 Dienstnehmer in der Steiermark in eine neue Beschäftigung gewechselt. Es ist also vieles in Bewegung.
Fordert der Arbeitsmarkt heute mehr Flexibilität als früher?
Hochegger: Dass man bei einem Arbeitgeber ins Berufsleben startet und dort auch wieder in Pension geht, wird in Zukunft kaum möglich sein – vielleicht nicht einmal in derselben Branche. Das bedeutet nicht nur qualifizieren, sondern gegebenenfalls auch "umqualifizieren" – und das nicht nur in jungen Jahren, sondern auch in der Generation 50plus. Mit der demografischen Entwicklung und der Pensionsdebatte vor Augen, ist das unumgänglich. Daran gewöhnt haben sich die Arbeitnehmer aber noch nicht.
Welche aktuellen Trends zeigen sich in der Weiterbildung?
Hochegger: Es wird gezielter in Know-how und längere Ausbildungen investiert. Auch die Bildungskarenz wird heutzutage stärker nachgefragt. Ein Renner sind Ausbildungen für Gesundheitsberufe, Energie- und Umwelttechnik sowie die Berufsmatura.

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