Lodert Ihr Feuer überhaupt noch?
Bringe ich im Job eigentlich noch volle Leistung und kann sich mein Körper noch erholen? Die Lebensfeuer-Messung zeigt es.

Foto © aboutpixel.de/Joachim SpenglerWill ich es wirklich wissen?
Mit den Fragenbögen zum Thema Stress ist das so eine Sache: Lassen sich Befindlichkeiten wie Konzentrationsstörungen, Schlafmangel oder ständige Müdigkeit tatsächlich mit einem simplen "Ja" oder "Nein" beantworten? Michaela Friesacher und Manfred Jericha, Geschäftspartner, die gemeinsam als Berater, Trainer und Coach tätig sind, sind überzeugt, dass diese Fragebögen nicht ausreichen, um tatsächliche Klarheit über den persönlichen Istzustand zu erhalten. "Das Ergebnis schafft oft zu wenig Betroffenheit, die wenigsten sind motiviert, eine Kurskorrektur ihres Lebensstils vorzunehmen, obwohl der Stress längst an die Substanz geht," erklärt Friesacher.
Herz-Raten-Variabilität. Daher lassen die beiden ihre Klienten auch keine Fragebögen ausfüllen, sondern arbeiten mit der so genannten Messung der Herz-Raten-Variabilität (HVR). Ein High-Tech-EKG, das in den 70er Jahren für die Weltraumforschung entwickelt wurde und sowohl in der Medizin als auch im Hochleistungssport eingesetzt wird. Lebensfeuer-Messung nennt sich diese Methode, die anhand eines Diagrammes aufzeigt, wie es um die mentale und körperliche Gesundheit steht. Oder anders formuliert: Wie hoch ist das biologische Alter?
Wirtschaft als Testfeld. Seit knapp zwei Jahren setzen Fiesacher und Jericha diese Methode nun auch in der Wirtschaft ein. Der Vorteil: "Das Ergebnis ist nicht beeinflussbar und zeigt an Hand eines Diagrammes (siehe Grafik), wie voll die Batterien tatsächlich noch sind", betont Manfred Jericha. Kann sich mein Körper im Schlaf noch regenerieren, bin ich im Job tatsächlich noch leistungsfähig und tut mir Joggen nach Dienstschluss wirklich gut? "Dieser EKG-Rekorder zeichnet über 24 Stunden jeden einzelnen Herzschlag auf, wobei die Abstände zwischen den Schlägen entscheidend sind. Je unregelmäßiger, desto besser", erklärt Jericha. Parallel dazu führt man ein Protokoll über all seine Tätigkeiten in diesen 24 Stunden.
Basis für Coaching. Die Aufzeichnung wird von einer Medizinerin ausgewertet und bildet die Basis für ein Coaching. "Wenn das Digramm zeigt, dass der Klient kurz vorm Burn-out steht, verordnen wir nicht automatisch Spazierengehen, Handy öfters ausschalten und weniger Arbeiten. Pausen sind nur sinnvoll, wenn man sich dabei auch erholen kann", erklärt die Trainerin. "Wir konzentrieren uns stattdessen auf Tätigkeiten, bei denen die Flamme am stärksten lodert und versuchen diese öfter im Alltag einzubauen. Beim einen ist es der Sport, beim anderen die Zeit mit der Familie, beim dritten das Gespräch mit Kollegen", sagt Friesacher. Aber auch die Energieräuber werden beleuchtet. Ständig Angst vorm Versagen? Eine Routinetätigkeit, die längst mehr keinen Spaß macht? "Letztlich ist es eine Frage der inneren Haltung", betont die Trainerin.
Features
Fakten
Herz-Raten-Variablität: Der zeitliche Abstand eines gesunden Herzschlages variiert von Schlag zu Schlag immer um ein paar Tausend-
stel Sekunden. Das High-Tech-EKG misst die Abstände zwischen den Herzschlägen und gibt Auskunft über die psychische und physische Fitness des Körpers.
Kein Tricksen: Auch wenn man am Tag der Messung Stress weitgehend vermeidet, fällt damit das Ergebnis nicht positiver aus. "Denn am Herzschlag zeigt sich auch, wie man in den letzten Jahren mit seinen Ressourcen umge-
gangen ist", so Jericha.














