Rekord an tödlichen Arbeitsunfällen in Italien
Die meisten tödlichen Arbeitsunfälle passieren in Italien. Ein neues Gesetz soll die Sicherheit am Arbeitsplatz erhöhen.

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In Italien wächst der Alarm wegen der Rekordzahl
tödlicher Arbeitsunfälle. Laut einem neu veröffentlichten Bericht ist
Italien europaweit das Land mit den meisten tödlichen
Arbeitsunfällen. Über eine Million Arbeitsunfälle werden jährlich in
Italien gemeldet, die über 1.000 Todesopfer verursachen. Jede sieben
Stunden wird ein Opfer am Arbeitsplatz gemeldet.
Großteil Schwarzarbeiter. Die Gewerkschaften schätzen, dass 200.000 weitere Arbeitsunfälle
nicht gemeldet werden, weil sie Schwarzarbeiter betreffen. Oft würden
die Todesopfer nicht einmal angegeben, vor allem wenn es sich um
schwarz beschäftigte Immigranten handelt. Nach Angaben des
Arbeitsministeriums erwirtschaften illegal Beschäftigte 18 Prozent
des Bruttoinlandsprodukts. Während in Deutschland in den Jahren
zwischen 1995 und 2004 die Zahl der Arbeitsunfälle dank stärkerer
Kontrollen um 46 Prozent zurückgegangen ist, betraf dieser Rückgang
in Italien nur 25 Prozent.
Sicherheit verbessert. Das Thema Sicherheit am Arbeitsplatz ist in Italien besonders
aktuell, nachdem im Dezember bei einem Großbrand in einem Stahlwerk
des deutschen ThyssenKrupp-Konzerns in Turin sieben Arbeiter ums
Leben gekommen ist. Die Abgeordnetenkammer hat kürzlich ein Gesetz
verabschiedet, mit dem die Sicherheitsvorkehrungen für die
Arbeitnehmer verbessert werden. Der Arbeitgeber ist demnach künftig
immer für die Sicherheit des Personals am Arbeitsplatz zuständig,
auch wenn es sich um freie Mitarbeiter oder um Leiharbeiter handelt.
Vor allem kleinere Firmen. Unternehmen, die anderen Firmen Aufträge erteilen, sind bei
Unfällen am Arbeitsplatz mitverantwortlich. "85 Prozent der tödlichen
Arbeitsunfälle geschehen in kleineren Unternehmen, wo die Kontrollen
oft unzulänglich sind. Daher müssen auch Auftraggeber zur
Mitverantwortung gezogen werden", so Gesundheitsministerin Livia
Turco. Die Funktion der Gewerkschaften bei den organisatorischen
Sicherheitsaspekten soll gestärkt werden. Auch an Schulen und
Universitäten soll das Fach "Gesundheit und Sicherheit am
Arbeitsplatz" eingeführt werden.















