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Zuletzt aktualisiert: 23.01.2008 um 16:16 Uhr

Stressiger Job bringt zwei Drittel höheres Risiko für Herzkrankheit

Langzeitstudie mit mehr als Angestellten erfasste sowohl den direkten Einfluss von Stress als auch daraus resultierendes ungesundes Verhalten wie das Essen von Fast-Food, Rauchen und Alkoholkonsum.

Foto © APA

Stress im Job kann das Risiko für eine Herzerkrankung um zwei Drittel erhöhen: Das berichten britische Forscher im "European Heart Journal" (online veröffentlicht). Menschen, die ihren Job als stressig empfinden, erleiden demnach deutlich häufiger eine sogenannte koronare Herzkrankheit als entspannte Arbeitnehmer. Die koronare Herzkrankheit ist eine Durchblutungsstörung des Herzmuskels und eines der wichtigsten Herzleiden.

Langzeistudie. Die Mediziner um Michael Marmot vom University College London hatten Daten der Whitehall-II-Studie analysiert, einer 1985 gestarteten Langzeitstudie mit mehr als 10.300 Londoner Angestellten. Dabei wurden sowohl der direkte Einfluss von Stress - veränderte Ausschüttungen von Hormonen wie Cortisol - als auch daraus resultierendes ungesundes Verhalten wie das Essen von Fast-Food, Rauchen und erhöhter Alkoholkonsum erfasst.

Faktoren. Knapp ein Drittel des Effekts von Stress am Arbeitsplatz auf die Ausprägung einer koronaren Herzkrankheit war auf ungesunde Verhaltensweisen sowie das Metabolische Syndrom - das gemeinsame Auftreten von Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck sowie einer Insulinresistenz - zurückzuführen. Gestresste Arbeitnehmer hatten zudem häufiger eine veränderte Hormonausschüttung, eine niedrigere Herzfrequenzvariabilität sowie einen niedrigen sogenannten Vagustonus. Der Vagusnerv wirkt dämpfend auf den Körperstoffwechsel.

Herz beschädigt. Ursachen für die koronare Herzkrankheit sind verengte Herzkranzgefäße, beispielsweise aufgrund einer Arteriosklerose (Arterienverkalkung). Der Herzmuskel wird dann nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und nimmt Schaden. Zu den möglichen Folgen zählen Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, Herzrhythmusstörungen und plötzlicher Herztod. Risikofaktoren sind außer Stress auch erhöhte Blutfettwerte, Rauchen, Bewegungsmangel, Diabetes, Übergewicht und Bluthochdruck.


Altersabhängig

Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang in der Untersuchung bei Männern und Frauen unter 50 Jahren. Ältere seien am Arbeitsplatz seltener Stress ausgesetzt, der Effekt sei deshalb bei ihnen weniger ausgeprägt.





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