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Zuletzt aktualisiert: 11.01.2008 um 22:12 Uhr

Burn-out-Syndrom: Auch die Führung ist gefragt

Burn-out-Symptome erkennen und richtig handeln: Wie Sie sich selbst vor der totalen Erschöpfung schützen und Kollegen besser helfen können.

Wenn nichts mehr geht...

Foto © aboutpixel.de/BroilerWenn nichts mehr geht...

Verlässlich, loyal, im Job total engagiert, als leitender Angestellter sozusagen eine Topbesetzung. In den letzten 30 Jahren versäumte er kein einziges Meeting der Führungskräfte. Umso größer war die Verwunderung unter den Kollegen, als er an diesem Montag nicht zum Treffen erschien. Gefunden wurde er schließlich am Dach des Firmengebäudes, in einer starren Haltung, mit der Absicht zu springen. Über mehrere Monate wurde er als Burn-out-Patient psychiatrisch betreut. Ein Jahr nach diesem Vorfall stellte der 50-Jährige einen Antrag auf Frühpensionierung.

Noch immer ein Tabu. "Natürlich ist das ein drastischer Burn-out-Fall", gibt Barbara Tesch, die sich als Psychologin, Management-Tarinerin und Coach seit fast 20 Jahren mit dem Syndrom beschäftigt, zu, "aber er zeigt, dass dieser körperliche und seelische Erschöpfungszustand auch dramatische Folgen haben kann. Nicht jeder Burn-out ist nach sechs Wochen Krankenstand wieder ausgestanden". Freilich, über Burn-out redet heute fast jeder. Ein Tabu bleibt er trotzdem - ausgebrannt sein ist unschick. Gefragt sind Mitarbeiter, die schnell, flexibel und belastbar sind.

Sensibilisieren. Um so wichtiger sei es, dass gerade Führungskräfte sensibilisiert werden, die Anzeichen eines Burn-outs bei Mitarbeitern zu erkennen, betont Tesch. "Sobald ein Mitarbeiter die typischen Symptome zeigt, sollte er in ein vertrauliches Gespräch genommen werden", empfiehlt die Psychologin. "Dort sollten dann die Beobachtungen angesprochen werden, dass der Betroffene zum Beispiel in den letzten Monaten viel abgenommen hat, blass geworden ist und, dass er weniger bei der Sache ist. Man sollte bei diesem Gespräch auch gleich entsprechende Hilfe anbieten können". Je früher der Betroffene die Gefahr erkennt, desto leichter kommt er aus dieser Spirale raus.

Die Führung ist gefordert. Auch das Erkennen der eigenen Grenzen und Belastbarkeit sei in führenden Positionen eine entscheidende Qualifikation, betont Tesch. Denn nicht immer ist es der selbst auflegte Druck, der zur einer permanenten Überlastung führt. "Auch Vorgesetzte, die täglich 110 Prozent vorleben, überfordern damit ihre Mitarbeiter permanent", erklärt die Expertin.

PETRA PRASCSAICS

Vortrag

"Lieber Feuer und Flamme als ausgebrannt - was Sie über Burn-out wissen sollten". Über dieses Thema spricht Djamila Rieger, Supervisorin und Trainerin am 15. Jänner im "Stadtteilcafé palaver", in der Griesgasse 8 in Graz. Der Vortrag beginnt um 18 Uhr, die Teilnahme ist kostenlos.



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