"Guter Arbeitsplatz, gute Bewerber"
Jeff Raikes, die Nummer drei bei Microsoft, im Gespräch mit der Kleinen Zeitung.

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Firmen und ihre Mitarbeiter sind beharrlich, was Kommunikation angeht. Wie soll es da einen schnellen Wandel geben?
JEFF RAIKES: Speziell in unserer Branche überschätzen wir kurzfristige Entwicklungen und unterschätzen langfristige Trends. Wenn ich vor 20 Jahren gesagt hätte, dass vier Leute zugleich in einem Auto telefonieren würden, hätten Sie mich für verrückt erklärt. Heute ist das ganz normal. Unsere Arbeit ändert sich ständig, daran müssen sich auch Unternehmen anpassen.
Was heißt das für Firmen?
RAIKES: Nehmen Sie heute nur einen Teenager. Wenn er zu arbeiten beginnt, wird er 20 Jahre Computer-Erfahrung haben, ist seit 15 Jahren online und kennt sich mit Wlan, Chat und sozialen Netzwerken im Internet aus. Der wird nicht zu einem Arbeitgeber gehen wollen, der ihm kein modernes Arbeitsumfeld bietet. Wer gute Leute anziehen will, muss selbst besser werden.
Ab welcher Firmengröße lohnen sich solche Kommunikationsserver?
RAIKES: Hauptzielgruppe sind sicher mittlere und größere Unternehmen. Allerdings wird es auch ein leistbares Angebot an kleine Firmen geben, die keine Server betreiben wollen.
Mit Ihrer Software stellen Sie eigentlich nichts Neues vor. Es gibt auch kostenlose Produkte, die Telefonie über das Internet anbieten.
RAIKES: Sicher gibt es auch OpenSource-Beispiele dafür, aber die gehen nicht so weit wie wir. Die Konkurrenz baut im Wesentlichen eine Telefonanlage mit Software nach. Wir ermöglichen es dem Nutzer etwa, mit einem Klick zu kommunizieren (siehe links, Anm.).
Wer ist also Ihre Konkurrenz?
RAIKES: Das sind weniger andere Hersteller als die alte Art, etwas zu machen. Wir bieten eine ganz neue Art an, Dinge zu tun. Die Frage ist nicht, ob man Sprache über Telefon- oder Datenleitungen überträgt. Außer Firmen wie Cisco interessiert das niemanden. Es geht darum, ganz neue Möglichkeiten zu schaffen.
Wie wird das alles unsere private Kommunikation verändern?
RAIKES: Das tut es ja schon. Viele bisher private Kommunikationsformen, wie etwa Chat-Programme, kommen auch in Unternehmen zum Einsatz. Ich kann etwa jetzt sehen, ob meine Frau oder Freunde von mir online sind. Im privaten Umfeld ziehen solche Techniken immer schneller ein als im Geschäftsalltag.
GEORG HOLZER, SAN FRANCISCO














