Warnung des Wifo: Überhitzt Österreichs Wirtschaft nun?
Wirtschaft ist (noch) in Hochstimmung, der Bürger nicht: Konsumenten schätzen ihre aktuelle finanzielle Situation ungünstiger ein als in den vergangenen fünfzehn Jahren.

Foto © APWie lange läuft Wirtschaftsmotor noch "rund"?
Österreichs Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2007 noch einmal kräftig gewachsen, mittlerweile steigen aber wegen der Krise an den Finanzmärkten die Risiken eines Abschwungs, so die aktuelle Schnellschätzung des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung: Gegenüber dem Vorjahreszeitraum gab es ein Plus von 3,8 Prozent, gegenüber dem Vorquartal einen Anstieg von 1 Prozent. So dynamisch hatte sich das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Quartal zuletzt im Jahr 1999 entwickelt.
Ungünstiger als bisher. Die Konsumenten erwarten zwar auch eine Verbesserung der Wirtschaftslage, sie schätzen jedoch ihre aktuelle finanzielle Situation ungünstiger ein als je zuvor in den vergangenen fünfzehn Jahren. Bei größeren Anschaffungen wollen sie deshalb sparen. Die Unzufriedenheit lässt sich damit erklären, dass die privaten Nettoeinkommen der Beschäftigten trotz des Konjunkturaufschwungs weiterhin stagnieren.
Kaufkraft-Probleme. Die Inflationsrate ist gleichzeitig infolge der Verteuerung von Energie und Nahrungsmitteln gestiegen, sie erreichte im Mai und Juni die 2-Prozent-Marke. "Angesichts einer Tariflohnsteigerung von lediglich 2,4 Prozent und hoher Grenzsteuersätze erhöht sich die Kaufkraft eines Privathaushalts nur dann, wenn ein zusätzliches Familienmitglied eine Beschäftigung aufnimmt", so die nüchterne Analyse der Wirtschaftsforscher.
Die tragenden Säulen. "Warenexporte und Investitionen sind weiterhin die tragenden Säulen des Konjunkturaufschwungs", so das Wifo am Dienstag. Allerdings warnen die Forscher vor drohendem Ungemach: "Der private Konsum zeigt kaum Anzeichen einer Belebung. Für das zweite Halbjahr deuten die Turbulenzen auf den Finanzmärkten auf erhöhte Risiken hin". Der Wifo-Konjunkturtest vom Juli zeigt jedenfalls noch eine anhaltende Hochstimmung in Industrie und Gewerbe. 41 Prozent der befragten Unternehmen beurteilen ihre derzeitige Geschäftslage als gut, nur 10 Prozent sind damit nicht zufrieden. In den vergangenen Monaten hat sich diese Beurteilung allerdings nicht mehr weiter verbessert.
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Die Belebung der Wirtschaft schlug sich zwar in einem kräftigen Zuwachs
der Zahl der Arbeitsplätze nieder. "Davon wird aber nur etwa ein
Drittel mit Arbeitslosen besetzt", warnen die Forscher. Der Rückgang
der Arbeitslosigkeit fällt, gemessen am Beschäfti-
gungsboom,
eher gering aus.














