Selbstmorde in Firmen schocken Frankreich
Seit dem Herbst nahmen sich über ein Dutzend Franzosen am Arbeitsplatz das Leben. Erst am Mittwoch hat sie eine Ingenieurin des Atomkonzerns Areva aus dem Fenster gestürzt. Allein bei Peugeot-Citroen gab es seit Jahresbeginn sechs Selbstmorde.

Foto © APPräsident Nicolas Sarkozy ist "sehr betroffen"
Die Selbstmord-Serie in französischen
Großunternehmen ruft mittlerweile auch in der Staatsspitze Besorgnis
hervor. Präsident Nicolas Sarkozy sei "sehr betroffen" über die Fälle
von Selbsttötung am Arbeitsplatz, sagte sein Sprecher David Martinon
in Paris. Am Mittwoch hatte sich in Paris eine Ingenieurin des Atomkonzerns
Areva aus dem Fenster gestürzt; wenige Tage zuvor hatte sich ein
Mitarbeiter des Autobauers Peugeot-Citroen in einem Firmenlager
erhängt. Seit dem Herbst nahmen sich über ein Dutzend Franzosen am
Arbeitsplatz das Leben.
Sechs Selbstmorde bei Citroen.
Mit den Selbstmorden setze sich "eine traurige Reihe" fort, sagte
Sprecher Martinon am Donnerstagabend. Zuvor hatte sich schon
Arbeitsminister Xavier Bertrand betroffen "über diese menschlichen
Dramen" geäußert. Das Ministerium setzte sich demnach mit dem
Personalbüro von Peugeot-Citroen (PSA) in Verbindung, "um eine Bilanz
der Lage zu ziehen". Seit Anfang des Jahres gibt es bei dem Autobauer
bereits sechs Selbstmorde.
"Spannungen" in der Belegschaft.
Auch beim Autobauer Renault und beim französischen Energieriesen
EDF nahmen sich in den vergangenen Monaten mehrere Mitarbeiter das
Leben. Renault gab "Spannungen" in der Belegschaft wegen der hoch
gesteckten Ziele des Unternehmens zu. Auch beim französischen
Catering-Konzern Sodexho beging eine Angestellte Selbstmord.
Features
Schockierende Zahlen
In Frankreich gab es im Jahr 2004 insgesamt 10.798 Selbstmorde - fast genau so viele wie in Deutschland im selben Jahr. Dabei hat Frankreich nur rund 63 Millionen Einwohner, während es 82 Millionen in Deutschland sind.















