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Zuletzt aktualisiert: 12.06.2007 um 11:19 Uhr

Dirigentin eines Teilchen-Zoos

Die Vorauerin Felicitas Pauss will Chefin des größten Labors der Welt werden. Österreich und die Schweiz nominierten die Physikerin zur Generaldirektorin des Cern.

Felicitas Pauss mit Wissenschaftsminister Johannes Hahn.

Foto © APAFelicitas Pauss mit Wissenschaftsminister Johannes Hahn.

CERN

Das 1954 gegründete CERN ist das weltweit größte Forschungs-
zentrum für Teilchenphysik
. Derzeit tragen 20 europäische Mitgliedstaaten diese Forschungseinrichtung, Österreich ist seit 1959 dabei.

Die experimentelle Teilchenphysik arbeitet wie ein großes Symphonieorchester: Alle müssen sehr gut sein, aber es muss auch ein perfektes Zusammenspiel geben." - Felicitas Pauss, Physikerin, gebürtige Vorauerin, wählt bewusst diesen Vergleich: Eben wurde sie von Österreich und der Schweiz (!) gemeinsam für die Bewerbung zur Generaldirektorin des faszinierendendsten und größten Labors der Welt vorgeschlagen: des Cern, des riesigen unterirdischen Teilchenlabors an der französisch-schweizerischen Grenze. Dort müsste sie tausende Physiker aus gut drei Dutzend Nationen dirigieren. Mit Viktor Weisskopf war schon einmal ein Österreicher Chef des Cern, wo der ganze "Teilchen-Zoo" der Physik untersucht wird.

Entscheidung

Die Entscheidung über die Nachfolge des Generaldirektors wird im CERN-Council gefällt, in dem je ein Vertreter aller 20 Mitgliedsländer mit einer Stimme sitzt. Im September wird eine Short-List aus den Bewerbern erstellt, die Entscheidung soll im Dezember fallen.

Aufstieg. Pauss entstammt einer musikalischen Familie, spielte selbst mehrere Instrumente. Aber schon bald entdeckte sie ihre Liebe zur Physik. Nach dem Studium in Graz - als Assistentin saß sie in dem Büro, in dem Nobelpreisträger Erwin Schrödinger die Wellengleichung der Quantenphysik entwickelte - ging es international rasant aufwärts. 1983 kam sie zum Cern nach Genf und arbeitete sich konsequent an die Spitze nach oben. Längst ist sie auch Professorin an der Elite-Uni ETH Zürich.

Physik für alle. Wichtig ist Pauss, die Physik der Öffentlichkeit zu vermitteln. Immer wieder ist sie dazu auch in Graz zu Gast: An der Uni, bei der Urania erzählt sie von den Teilchen und Kräften, die die Welt zusammenhalten. Selbst zur Entspannung geht es hoch hinaus: "Mein Hobby ist Trecking - in Nepal, Tibet und Nordindien."

NORBERT SWOBODA

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Zur Person

Felicitas Pauss wurde 1951 in Vorau geboren.

Studium der Physik und Mathematik an der Grazer Uni.

Forschung in München, in den USA und am CERN.

Sie ist auch Professorin an der ETH Zürich.

Ausgezeichnet

Foto: David Bauer

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