50-plus-Generation: Im Job selbstbewusst Stärken hervorkehren
Ältere Arbeitnehmer gehören nicht zum alten Eisen: Sie laufen regelmäßig beim Frühjahrsmarathon mit, bauen gerade an ihrem neuem Eigenheim oder tüfteln eine neue Marketingstrategie aus - und sie sind über 45 Jahre alt.

Foto © PixelquelleVon wegen nicht vermittelbar!
Willkommen im Rentenalter und im Fürsorgeprogramm des Konzern? "Wozu ein eigenes Fitnessprogramm für ältere Arbeitnehmer, auch die Jungen können Bandscheibenprobleme oder andere Wehwechen haben. Bei uns können aller Mitarbeiter das physikalische Ambulatorium in Anspruch nehmen, wo wir drei Viertel der Kosten für Trainings oder Massagen übernehmen", erzählt Manfred Wehr, Vorstand der Stadtwerke Judenburg und hebt gleich die Vorzüge seiner älteren Mitarbeiter hervor: "Für unsere langlebigen technischen Anlagen und deren Wartung sind die Älteren von enormer Bedeutung - sie wissen bei der kleinsten technischen Abweichung sofort, was zu tun ist. Und sie haben ein persönliches Netzwerk zu unseren Kunden aufgebaut, dass ist ein ebenso unschätzbarer Wert".
"Halten sich sowieso fit". Von eigenen Fitnessprogrammen für die Älteren will auch Helmut Obertautsch des Filterwerks der Firma Mahle in Kärnten nichts wissen: "Viele halten sich sowieso fit - wenn jemand länger im Krankenstand war, frage ich, ob es mit der Firma einen Zusammenhang gibt, ob irgendwo Zugluft herrscht oder andere mögliche Störfaktoren".
"Person alleine zählt". Auch bei Vorstellungs-
gesprächen macht Obertautsch keinen Unterschied zwischen Jung und Alt: "Es kommt ganz alleine auf die Person an, ein 25-Jähriger, dem ich beim Gehen die Socken stopfen könnte, bekommt sicher nicht die offene Stelle, wenn ich einen 50-Jährige bekomme, die mit Elan an den Job herangeht." Doch nicht jeder Vorgesetzt ist in Zeiten von Kostenreduktion und Personalabbau so weitsichtig eingestellt. "Unternehmen müssen eine vernünftige Personalpolitik betreiben, indem sie den Mitarbeiterstand fortwährend an die Wirtschaftssituation anpassen. Dann kann es auch bei einer Betriebsübernahme keinen plötzlichen großen Personalabbau zu Lasten älterer Mitarbeitern geben", so Obertautsch.
Freude an der Arbeit. Roman Valent hat es trotzdem erwischt. Mit 50 Jahren wurde er als Referatsleiter im Zentraleinkauf im Zuge eines Managementwechsels einfach auf die Straße gesetzt. "Es ging nicht um meine Qualifikation sondern einzig um den Kostenfaktor", erinnert sich Valent an die schwierige Phase. Unzählige Bewerbungsschreiben inklusive Absagen folgten in den folgenden Jahren. Heute mit 57 ist er stolzer Initiator der Plattform "Generation 45plus", die er bisher ehrenamtlich betrieben hat. Als Buchautor und Trainer spricht er älteren Arbeitslosen Mut zu und gibt ihnen Tipps in Sachen Bewerbung. "Das Wichtigste für jeden Betroffenen ist aber: Behalten Sie sich ihr Selbstbewusstsein und streichen Sie ihre Stärken heraus. Es hat keinen Sinn sich zu bemitleiden und sich mit den 20- bis 35-Jährigen zu vergleichen. Die sind oft billig und willig - als Ältere Arbeitnehmer können Sie aber mit ihrem Erfahrungsschatz punkten".
"Lebenslanges Lernen darf daher kein Schlagwort sein. Schließlich verändern sich die Anforderung im Beruf ständig. Man muss sich anpassen können und lernwillig sein", fügt Wehr hinzu.
Features
"Gesunder Mix"
Das Erfahrungswissen älterer Arbeitnehmer stellt einen Mehrwert für die Wirt-
schaft dar, denn es wirkt sich langfristig auf deren Unternehmensergebnisse aus. Im gesunden Mix aus Jung und Alt liegt das Erfolgs-
rezept für die Arbeit der Zukunft".














