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Zuletzt aktualisiert: 22.03.2007 um 17:37 Uhr

Geschlecht ist für Frauen in Österreich Karrierebremse Nr. 1

Laut einer Accenture-Umfrage halten 51 Prozent den Berufsweg für weibliche Arbeitnehmer für behindert oder verlangsamt.

Foto © APA

Das Geschlecht ist für Österreichs Frauen die Karrierebremse Nummer 1. Das ergab eine Studie des weltweit agierenden Management-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleisters Accenture zum Thema Chancengleichheit, bei der über 2.200 Führungskräfte in 13 Ländern befragt wurden. 37 Prozent der in Österreich befragten Frauen wünschen sich einen flexiblen Job, um auch für ihre Familie und ihre Kinder da sein zu können.

Karriere-Knick. Auf die Frage, welche Faktoren ihre Karriere behindern, antworten weltweit 26 Prozent der Frauen, ihr Geschlecht. In Österreich sind es 27 Prozent. Weitere 24 Prozent geben an, dass sie langsamer vorankommen, weil sie sich um ihre Familie kümmern. Männer machen für einen Karriereknick eher äußere Umstände wie Konjunktur oder Pech verantwortlich.

"Überraschend. "Diese Ergebnisse sind für mich schon überraschend", sagt Heidemarie Schutt, Partnerin bei Accenture in Österreich. "Ich hatte eigentlich gedacht und gehofft, dass unsere Gesellschaft längst einen Schritt weiter wäre. Schließlich haben Frauen weltweit bewiesen, dass Geschlechtsunterschiede im Beruf keine Rolle spielen".

China. Mehr als die Hälfte der befragten Männer (55 Prozent) gibt an, schneller Karriere zu machen als ihre Kolleginnen. In Österreich liegt der Wert sogar bei 57 Prozent. Spitzenreiter ist China. Dort sind 90 Prozent der Männer davon überzeugt, dass Frauen nur geringe Chancen haben, in Führungspositionen aufzusteigen. Die österreichischen Frauen haben allerdings im Vergleich zu den Französinnen und den Schwedinnen nicht den Eindruck, dass sie von ihren männlichen Kollegen überholt werden. Lediglich 14 Prozent der Österreicherinnen gaben an, dass Männer schneller vorankommen. In Frankreich sind es 44 Prozent und in Schweden 42 Prozent.

Selbstbewusster. Männer beginnen ihre Karriere von Anfang an selbstbewusster. So rechnen 37 Prozent beim Berufsstart mit dem Aufstieg in die Chefetage. Frauen hingegen zeigen sich in diesem Punkt zögerlich. Als Berufseinsteigerinnen glauben 15 Prozent an ihren Aufstieg. Dieser Wert erhöht sich im Laufe der Berufsjahre allerdings auf 23 Prozent. "Frauen sollen sich gerade zu Beginn ihrer Karriere ehrgeizige Ziele stecken", rät Schutt. "Andernfalls laufen sie Gefahr, dass sich ihr Aufstieg unnötig verzögert".


Studie

Für die Studie "Expectations and Achievement: Empowering Women from Within" hat Accenture Führungskräfte in mittleren und großen Unternehmen in Deutschland, China, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Österreich, Japan, Niederlande, Norwegen, Schweden, Schweiz und den USA befragt.

62 Prozent der Befragten waren weiblich, 38 Prozent männlich.



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